Mercedes-Benz Actros: Vernetzte Zuverlässigkeit mit Servicekonzept Uptime

Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Andreas Grimm

Die vierte Generation des Actros feiert auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover Premiere. Daimler Trucks will mit dem vernetzten Echtzeit-Service Uptime die Zuverlässigkeit von Kunden-Lkw erhöhen.

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Die vierte Generation des Mercedes-Benz Actros feiert auf der IAA Premiere. Jetzt kommt mit Mercedes-Benz Uptime ein Echtzeit-Serviceprodukt hinzu, das durch Konnektivität die Zuverlässigkeit der Lkw im Flotteneinsatz erhöhen soll.
Die vierte Generation des Mercedes-Benz Actros feiert auf der IAA Premiere. Jetzt kommt mit Mercedes-Benz Uptime ein Echtzeit-Serviceprodukt hinzu, das durch Konnektivität die Zuverlässigkeit der Lkw im Flotteneinsatz erhöhen soll.
(Bild: Daimler)

Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover präsentiert Mercedes-Benz vom 22. bis 29. September den neuen Actros. Im Zentrum der kommenden Generation steht das Serviceprodukt „Uptime“, das helfen soll, die Erfolgsfahrt des Actros der vergangenen Jahre fortzusetzen. Seit 1996 gilt er bei schweren Lkw als Maßstab für Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. In Europa wurde der Fernverkehrs-Lkw in den vergangenen 20 Jahren weit über ein Millionen Mal verkauft.

Mit dem Konnektivitäts- und Vernetzungssystem Uptime soll der Lkw nach den Vorstellungen des Herstellers ohne Pannen und unerwartete Werkstattaufenthalte fahren. Das Herz des Serviceprodukts ist die neu entwickelte Fleet Board Connectivity Platform, über die der Actros der vierten Generation serienmäßig verfügt. „Die spezielle Hardware wird bei Daimler Trucks über unterschiedliche Regionen und Marken hinweg eingesetzt“, sagt Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw. Sie vernetze über 300 Sensoren, Kameras und Aktuatoren. Zudem sendet sie die kompletten Technikdaten des Lkw an den Zentralcomputer von Uptime. Die Informationen werden permanent in Echtzeit über das CAN-Bussystem erhoben.

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Durch die Vernetzung von Connectivity-Hardware und dem Server des Mercedes-Benz-Service wird ein Reparatur- oder Wartungsbedarf automatisch erkannt. Innerhalb von wenigen Minuten nach Eintritt eines Fehlercodes oder der Warnung vor einem möglichen künftigen Defekt ist der Kunde informiert. Gleichzeitig liegt ihm eine Handlungsempfehlung vor. Die Datenübertragung gewährleistet das Telematiksystem Fleet Board vollautomatisch, menschliche Fehler oder Verzögerungen sollen dadurch nahezu ausgeschlossen sein. „Die Connectivity-Hardware wird künftig die Hardware für die bereits bestehenden Konnektivitätslösungen von Daimler Trucks, die Telematiksysteme von Fleet Board und Detroit Connect, bilden“, berichtet Buchner.

Sie werde auch als Nachrüstlösung kommen und somit für Transportunternehmer mit markenfremden Lkw nutzbar sein. Uptime verbindet drei Leistungen:

  • Vermeidung von „Liegenbleibern“,
  • Management von Reparaturen und Wartungen
  • Echtzeitunterstützung der Instandsetzungsmaßnahmen der Kunden.

Kraftstoff um 65 Prozent gesunken

Neben dem Service punktet der Actros auch mit Wirtschaftlichkeit sowie Sicherheitsinnovationen: So unterstützt der Notbremsassistent Active Brake Assist 4 inklusive Fußgängererkennung und Abbiegeassistent den Fahrer. Wirtschaftlichkeit heißt beim Lkw niedrige Gesamtbetriebskosten. Zu diesen zählt neben den Personalkosten insbesondere der Dieselverbrauch. Besonders im Zusammenhang mit dem Kraftstoffverbrauch gelte: „Effizienz ist die Summe der Details“, so Michael Dietz, Marketingleiter der Mercedes-Benz Trucks von Daimler. Dazu gehöre der Kraftstoffverbrauch, der bis zu sechs Prozent durch Maßnahmen an allen schweren Reihensechszylindern und am Antriebstrang gesenkt wurde.

Das gelte speziell für die neueste Generation des 10,7-l-Reihensechszylinder OM 470, dessen fünf Leistungsstufen von 240 kW/326 PS bis 335 kW/456 PS reichen (jeweils bei 1.600 U/min) und die das maximale Drehmoment von 1.800 Nm bis 2.200 Nm bei 1.100 U/min bereitstellen. Mit der neuen 335-kW-Spitzenausführung erreicht der OM 470 sogar das Spektrum des 12,8-l-OM 471, der gleichsam weiterentwickelt mit maximal 390 kW/530 PS an die größte Baureihe OM 473 mit 15,6 l Hubraum anschließt.

Ein Blick auf den Verbrauch von schweren Lkw: Heute kommen Fahrer mit fortschrittlichen 40-Tonnern im Fernverkehr auf unter 30 l/100 km, im Einzelnen auf 28,5 l/100 km, und damit auf den spezifischen Dieselverbrauch von etwas über 0,7 Liter je Tonne Gesamtgewicht. Vor 50 Jahren lag der Wert um 65 Prozent höher – fast 50 l/100 km konsumierten die damals zulässigen 38-Tonner. Laut Marketingchef Dietz liegt „der Verbrauchsvorteil unserer Fahrzeuge aktuell bei rund zehn Prozent.“

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