Mercedes-Benz-Betriebe ärgern sich über Herabstufung

Autor: Dr. Dominik Faust

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbands der Vermittler und Servicepartner für Mercedes-Benz (VVMB) übten die autorisierten Servicepartner starke Kritik am Hersteller.

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Mercedes-Benz Servicepartner geraten immer weiter unter Druck.
Mercedes-Benz Servicepartner geraten immer weiter unter Druck.
(Bild: Faust / »kfz-betrieb«)

Die Rekordzahlen der Daimler AG für 2016 spürten die 425 autorisierten Servicepartner nur bedingt. Ihre Rendite fiel lediglich geringfügig besser aus als im Vorjahr. Das sagte der stellvertretende Vorstandssprecher des Verbands der Vermittler und Servicepartner für Mercedes-Benz (VVMB), Thomas Bartmann, im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Konkrete Zahlen nannte er nicht.

Beherrschendes Thema auf der VVMB-Mitgliederversammlung vom 15. bis 17. Februar in Berlin war die Umstufung von rund 90 Betrieben zu Vermittlern dritten Grades. Diesen Schritt hatten sowohl der Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland (MBVD) als auch die neuen Eigentümer der früheren Mercedes-Benz-Niederlassungen vorgenommen. „Betroffene Mitglieder wollten von der MBVD-Geschäftsleitung wissen, warum es gerade sie erwischt hat“, berichtete Bartmann.

Die Herabstufung steht im Zusammenhang mit der Konsolidierung des kompletten Mercedes-Benz-Vertriebs- und Servicenetzes. Etliche Betriebe sind nach der Umstufung nicht mehr Teil des Vertriebsnetzes und damit auch nicht mehr berechtigt, Neuwagen zu beziehen und in ihren Showrooms zu präsentieren. Selbst sehr junge Gebrauchte, die sehr nahe an Neuwagen heranreichen (sogenannte selektive Ware), dürfen nur noch jene C-Vermittler beziehen, die „Junge Sterne“-Händler sind. Auch das ist eine starke Kritik, die der VVMB immer wieder gegenüber der MBVD thematisiert hat.

Auf der Tagung ging es außerdem um verschiedene Regelungen in den neuen Vermittlerverträgen, die seit dem 1. Januar in Kraft sind. Demnach dürfen autorisierte Servicepartner zum Beispiel keine Neuwagen mehr an große Flottenbetreiber vermitteln. Durch diese Beschneidung verlieren die VVMB-Mitglieder bis zu 20 Prozent ihres Volumens. Immerhin sei es dem Verband gelungen, die von MBVD angestrebte Provisionskürzung um 25 Prozent und nicht um 50 Prozent zu kürzen, sagte Thomas Bartmann.

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Founder & CEO viadoo GmbH