Mercedes-Benz S-Klasse: Solider Luxus

Autor / Redakteur: Uwe Meuren / Martina Eicher

»Gebrauchtwagen Praxis« Kaufberatung: Selbst betagte Modelle der Mercedes-Benz S-Klasse sind in der Regel mängel- und problemfrei.

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Die S-Klasse glänzt mit viel Raum und Komfort.
Die S-Klasse glänzt mit viel Raum und Komfort.
(Foto: Daimler AG)

Die Mercedes-Benz Luxuslimousine S-Klasse war stets ein Hightech-Fahrzeug, in das die modernste Technik Einzug hielt. Die Motorenpalette reicht bei den Selbstzündern vom 204 PS starken S250 CDI bis zum S420/450 CDI mit 320 PS; bei den Ottomotoren von 220 PS bis zu knapp 650 PS beim S65 AMG.

Über viele Jahre hinweg war die S-Klasse das meist verkaufte Oberklassefahrzeug weltweit: 2006 setzte Mercedes-Benz mehr als 85.000 Fahrzeuge vom Modell 221 (ab 2005) ab. Der ewige Konkurrent BMW brachte vom 7er gut 15.000 Einheiten weniger an den Mann, und auf Rang drei folgte Lexus mit knapp 35.000 LS-Modellen. Lediglich zum jeweiligen Anfang und Ende einer Baureihe musste der Hersteller seinen Spitzenplatz für die Konkurrenz räumen.

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Erst 2011 gab sich Mercedes-Benz den Münchnern auf dem deutschen Markt geschlagen. Ein Jahr später überrundete auch Audi das Stuttgarter Oberklassemodell – mit deutlich unter 5.000 Einheiten in Deutschland blieb für die S-Klasse nur noch Platz drei.

Die Neuwagenkunden haben sich bei der Ausstattungsvariante selten lumpen lassen, und so verfügt das Gros der gebrauchten Fahrzeuge über eine reichhaltige Ausstattung.

In der Regel bleibt selbst beim Kauf aus erster, zweiter oder dritter Hand kein Wunsch offen. Der S-Klasse spendierte Mercedes-Benz fast ausschließlich hochwertige Materialien und Hightech-Werkstoffe, die im Zusammenspiel mit hoher Fertigungsqualität das Interieur strapazier- und widerstandsfähig machen. Die S-Klasse glänzt mit viel Raum und Komfort. Dass es im Wagen selbst bei Geschwindigkeiten über 200 km/h sehr ruhig ist, liegt an der Dämmung und an der Luftfederung. Letztere schluckt nahezu alle Fahrbahnunebenheiten.

Schnäppchenjäger werden sich jedoch schwer tun, eine S-Klasse für „kleines Geld“ zu bekommen, denn wirklich günstig sind auch gebrauchte Modelle der Baureihe 221 (2005-2013) nicht. Autos mit dem Baujahr 2007 haben, bis auf wenige Ausnahmen, in der Regel die 100.000-Kilometer-Grenze geknackt und kosten im Schnitt über 25.000 Euro. Laut Dekra-Gebrauchtwagenreport sollte die Laufleistung jedoch kein Kaufhindernis darstellen: Mehr als 82 Prozent der S-Klasse mit einer Laufleistung zwischen 100.000 bis 150.000 Kilometer erhielten die Prüfplakette ohne relevante Mängel. Nur 9,2 Prozent wiesen geringe und nur 8,5 Prozent erhebliche Mängel auf. Verglichen mit anderen Oberklasse-Modellen ist die S-Klasse ein solides Auto mit „Steher“-Qualitäten: 73,7 Prozent der Fahrzeuge schafften die Hauptuntersuchung ohne relevante Mängel.

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Mängelreport

Ohne relevante Mängel 88,3 %

Geringe Mängel 7,2 %

Erhebliche Mängel 4,5 %

Nach Baugruppen:

Fahrwerk, Lenkung 2,3 %

Motor, Umwelt 3,2 %

Karosserie, Rahmen,
Innenraum 1,2 %

Bremsanlage 4,5 %

Elektrik, Elektronik, Licht 5,0 %

Schwachstellen:

  • Verschleiß an der Bremsanlage

  • Zu hohe Abgaswerte/Fehler im OBD-System

  • Verschleiß am Traggelenk

*Mercedes-Benz S-Klasse (Typ 221),
Laufleistung 50.000 bis 100.000 Kilometer

Selten kam es zu Rückrufaktionen für die Baujahre 2003 bis 2008. Warnungen hingegen sprechen die Prüfer der GTÜ für Modelle bis Baujahr 2002 aus: Diese Fahrzeuge hätten häufig Elektronikprobleme, und der Türbereich zeige sich rostanfällig. Den Prüfern von GTÜ und Dekra fielen überdies ein hoher Verschleiß an der Bremsanlage sowie überdurchschnittlich viele Mängel an Fahrwerk und Traggelenken auf. Vermutlich sind diese Mängel dem hohen Fahrzeuggewicht geschuldet.

Das S-Klasse-Mängel-Ranking der GTÜ gleicht einer Berg- und Talfahrt: In der Zuverlässigkeit der bis zu drei Jahre alten Fahrzeuge belegt der Wagen mit Rang fünf (70.000 km) einen ordentlichen Platz im vorderen Mittelfeld – vor dem 7er BMW, jedoch hinter VW Phaeton, Porsche Panamera, Jaguar XF und Audi A6. Bei Modellen, die vier bis fünf Jahre alt sind (90.000 km), steigt die Mängelquote auf 17,47, was einen Absturz auf Rang zehn bedeutet. Zwei Plätze gut machen S-Klasse-Fahrzeuge, die sechs bis sieben Jahre alt sind (Rang 8, 130.000 km). Auf den vierten Rang schaffen es die bis neun Jahre alten Autos (150.000 km). Eine S-Klasse mit über neun Jahren (175.000 km) rutscht wieder auf den siebten Platz zurück.

Laut KÜS kann es bei einigen Modellen zu Getriebeproblemen kommen. Die Automatik mache mit zunehmendem Alter Probleme. Ebenfalls zu Problemen könne es bei der Elektronik von Multifunktionssitzen kommen.

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