Mercedes kündigt Vermittlerabkommen für Pkw

Autor Udo Schwickal

Der Umbau der Vertriebsstrukturen der Premiummarke geht weiter. Nach den Niederlassungen nimmt sich der Hersteller das Vermittlernetz vor.

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Mercedes-Benz richtet sein Vertriebsnetz neu aus. Nicht alle Servicepartner dürfen zukünftig noch Pkw-Neuwagen vermitteln.
Mercedes-Benz richtet sein Vertriebsnetz neu aus. Nicht alle Servicepartner dürfen zukünftig noch Pkw-Neuwagen vermitteln.
(Foto: Archiv)

Der Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland (MBD) richtet sein Vertriebsnetz für den Bereich Pkw neu aus. Sämtlichen Servicepartnern, die bislang autorisiert waren Pkw-Neufahrzeuge zu vermitteln, hat der Hersteller die Verträge gekündigt. Diese insgesamt 358 Betriebe erhalten mit Wirkung zum 1. Januar 2017 neue Vermittlerverträge. An rund 100 Standorten wird der MBD allerdings das Modell der Vertriebspräsenz in ein reines Vermittlungsmodell umwandeln.

Der Vermittlerstatus der autorisierten Servicepartner soll dabei grundsätzlich bestehen bleiben und das Mercedes-Benz-Vertriebsnetz seine bundesweite Flächenabdeckung behalten. Für die betroffenen Servicepartner bedeutet eine Änderung ihres Vermittlerstatus allerdings, dass sich ihre Provisionszahlungen halbieren. Auch eine spätere Kündigung ist nicht ausgeschlossen, da die neuen Vermittlerverträge lediglich eine sechsmonatige Kündigungsfrist aufweisen.

Eine Unternehmenssprecherin betonte dagegen, mit der Umstrukturierung wolle Mercedes-Benz eine marktgerechtere Vertriebsnetzstruktur erreichen. Ziel sei es, in dem weitgehend gesättigten deutschen Markt einerseits eine unveränderte Betreuung der Kunden sicherzustellen, zugleich aber langfristig wirtschaftlich und profitabel zu handeln.

Hintergrund ist die Aufteilung der Mercedes-Benz-Servicepartner in A-, B- und C-Vermittler. Während die A-Vermittler Neuwagenverkäufe mit eigenen Verkäufern im Betrieb abwickeln können, sitzen bei den Servicepartnern mit B-Status Verkaufsberater des zuständigen Vertriebspartners im Ausstellungsraum. Vermittler der Kategorie C dürfen lediglich eine Interessentenmeldung an den zuständigen Vertragshändler oder eine Niederlassung schreiben.

Wie die neue Netzstruktur letztendlich aussehen wird, ist noch nicht entschieden und hängt auch vom zukünftigen Kaufverhalten der Kunden ab, auf das Mercedes-Benz mit der Strategie „Best Customer Experience“ reagiert.

Während seitens der Mercedes-Benz-Händler die neue Netzausrichtung begrüßt und als notwendiger Konsolidierungsschritt bezeichnet wird, dürfte sich manch ein Servicepartner ungerecht behandelt fühlen. Bereits bei der Kündigung der Vermittlerverträge für Transporter und Lkw im letzten Jahr hatte sich der Verband der Vermittler und Servicepartner für Mercedes-Benz e.V. (VVMB) dagegen ausgesprochen. Der Wegfall des lukrativen Pkw-Geschäfts dürfte die Mercedes-Benz-Werkstätten noch weiter belasten.

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