Mercedes Marco Polo: Reisen per V-Klasse

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So viel Inventar schlägt sich selbstredend im Gewicht nieder. Rund 300 kg Zusatzmasse schleppt der Marco Polo im Vergleich zur konventionellen V-Klasse mit sich herum – doch die steckt der heckgetriebene Nützling ohne Probleme weg. Das gelingt im V 250 mit 150 kW/204 PS souverän. Doch auch der 120 kW/163 PS starke V 220 macht seine Sache ganz gut, wenngleich er sich spürbar mehr ins Zeug legen muss, um Steigungen zu überwinden.

Und bitte unbedingt zur Automatik greifen – die bisweilen etwas ruppig agierende manuelle Sechsgang-Box passt so gar nicht zu dem Komfortgleiter, der außergewöhnlich sanft über schlechte Straßen rollt. Selbst das Maschinengeräusch hält sich in Grenzen, die Techniker scheinen den von Hause aus eher unkultiviert laufenden OM651 üppig gedämmt zu haben.

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Damit nimmt es der auf dem Vito basierende Marco Polo Activity nicht ganz so genau und klingt ein wenig kerniger durch. Statt Küchenzeile gibt es hier außerdem mehr Raum und vor allem günstigere Preise. Ab 38.960 Euro steht der abgespeckte Marco Polo zur Verfügung und ist jedoch auch schwächer motorisiert mit 65 kW/88 PS.

Auch der Activity bietet das Ausstelldach – hier bleibt es aber mechanisch. Ein Bett kann man aus den Sitzen ebenso machen – nur zum Händewaschen müsste die nächste Gaststätte aufgesucht werden. Sämtliche Varianten sind übrigens vorbildlich in puncto Sicherheitstechnik – nur ganz billig ist das Aufrüsten mit den modernen Schutzvorrichtungen nicht: Rund 3.500 Euro extra werden fällig für Features wie autonomes Bremssystem, Einparkautomatik, Spurhalte-Warner, aktiver Tempomat und Totwinkel-Alarm. Zu den technischen Leckerbissen gehören die 1.844 Euro teuren LED-Scheinwerfer.

Was das Thema Bedienung angeht, so gehen die Marco Polo-spezifischen Kniffe leichter von der Hand. Sowohl die Betätigung des Ausstelldachs, die Füllstände der Ab- und Frischwasser-Tanks wie die Standheizung sind von einem zentralen Paneel aus anzusteuern respektive zu kontrollieren, während das Menü für die konventionellen Fahrzeug-Funktionen komplex und ein wenig umständlich ist.

Dafür sind die Instrumente übersichtlich, und die Verarbeitung kann sich sehen lassen. Der große, tabletartige TFT-Monitor sieht außerdem attraktiv aus. So ganz verleugnen kann der besondere W447 sein Inventar übrigens auch akustisch nicht – sanft knarzt es, wenn man eine Bodenwelle passiert oder mal forciert um die Kurve fährt. Doch damit kann man leben.

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