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Mercedes Marco Polo: Reisen per V-Klasse

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Rund ein Jahr nach dem Debüt der neuen V-Klasse schiebt Mercedes die Reisemobil-Variante Marco Polo nach. Die Stuttgarter wollen sich einen Anteil am steigenden Wohnmobilmarkt sichern.

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Mercedes bringt die V-Klasse jetzt auch mit Übernachtungsmöglichkeit.
Mercedes bringt die V-Klasse jetzt auch mit Übernachtungsmöglichkeit.
(Foto: Daimler)

Das beste Quartalsergebnis aller Zeiten hat die deutsche Freizeitfahrzeug-Branche in den ersten drei Monaten des Jahres eingefahren. Insgesamt wurden seit Januar 11.521 Caravans und Reisemobile neu zugelassen, 21,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Stärker gefragt als zuletzt waren laut dem Branchenverband CIVD vor allem die Caravans mit einem Plus von 24,8 Prozent auf 4.382 Einheiten. Die Zulassungszahlen der Reisemobile legten um 18,9 Prozent auf 7.139 Einheiten zu. Einer der Gründe für das Rekordergebnis waren dem Verband zufolge die frühen Osterferien.

Mit dem Marco Polo möchte künftig Mercedes sein Stück vom Kuchen abhaben. Marco Polo höchstselbst hätte seine helle Freude daran gefunden, mit der reisetauglichsten Mercedes V-Klasse von Italien nach China zu fahren. Jedoch wurde das Automobil erst rund sechshundert Jahre später erfunden. Im neuzeitlichen Kampf der (Auto)-Klassengesellschaft werden Camper samt ihren Wohnmobilen – und der Marco Polo ist nichts anderes als ein abgespecktes Wohnmobil ohne Dusche und WC – gerne mal als Low Cost-Urlauber abgetan. Doch wer den Mindest-Neupreis von 54.835 Euro für die 100 kW/136 PS starke Basisvariante hinblättert, hätte für das Geld so manche Nacht im Fünfsterne-Hotel verbringen können.

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Für diesen Kurs gibt es zwar das bei ordentlichen Reisemobilen erwartete Grundrüstzeug wie Standheizung und Wassertanks, doch so manche Assistenten und elektrische Helferlein erfordern Aufpreise – alleine das elektrische Aufstelldach erfordert 1.714 Euro Mehrpreis. Auch ein integriertes Navigationssystem ist keineswegs im Einstiegspreis enthalten und schlägt mit mindestens 595 Euro zu Buche.

Dafür ist aber stylisches Mobiliar aus dem Hause Westfalia immer an Bord. Produktmanager Thomas Wirth betont, man habe sich bei der Auswahl der Ausstattung am aktuellen Wohntrend orientiert. Tatsächlich bestechen die schwarz-weiß gehaltenen Schränke in Verbindung mit dem dunklen Nussbaum-Boden des Testwagens. Und bei Nichtgebrauch werden der Gaskocher sowie die kleine Spüle mit einer dunkel getönten Glasscheibe abgedeckt, was nicht weniger chic anmutet.

Doch neben der Ästhetik spielt auch die Praxistauglichkeit eine große Rolle: Durch das intelligente Packaging entsteht viel Stauraum auf kleiner Fläche – so beherbergt die Fahrgastzelle einen Kleiderschrank, eine Kühlbox sowie zahlreiche Schubladen und Staufächer, in denen man Dinge wie Besteck und Geschirr unterbringen kann. Im Kofferraum sind Campingstühle versteckt. Blitzschnell ist der Tisch aufgestellt und die Sessel in der ersten Reihe herumgedreht, so dass ein Picknick auch wettergeschützt stattfinden kann.

Beim Aufstellen des Dachs kann man im Marco Polo locker stehen – und schlafen, denn dort oben verbirgt sich außerdem ein kommodes Bett. Das Material des ausfahrenden Faltenbalgs ist winddicht, kann aber zwecks Lüftung auch per Reißverschluss geöffnet werden. Dann kommt die feinporige erste Schicht zum Vorschein, die zwar Luft, nicht aber Insekten durchlässt. Natürlich lassen sich auch die Sitze im Fahrgastraum mit ein paar Handgriffen zum Bett umfunktionieren.

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