Mercedes: So könnte die E-Auto-Zukunft aussehen

Seite: 2/2

Die Hochvoltbatterien der A-Klasse verfügen über ein Kühlsystem, damit sie sich immer im „Wohlfühlbereich“ um 30 Grad Celsius befinden - hohe Temperaturen schaden den Kraftspendern. Der Akku ist mit seiner Kapazität von 36 Kilowattstunden leistungsfähiger als der des Nissan Leaf (24 kWh) oder Peugeot Ion (16 kWh). Die Reichweite der A-Klasse ist entsprechend länger, Mercedes gibt sie mit 255 Kilometern an (Nissan Leaf: 160 Kilometer; Peugeot Ion: 150 Kilometer). Wie bei allen Stromern hängt die Reichweite aber von den Faktoren Geschwindigkeit und Außentemperatur sowie vom Verbrauch der Nebenaggregate wie Heizung oder Klimaanlage ab. Weil die Abwärme der Motorkühlflüssigkeit fehlt, braucht der Stromer eine elektrisch betriebene Heizung mit einem Heizwiderstand. Das funktioniert ungefähr so wie beim Haartrockner.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Reichweite und Ladezustand der Batterie liest der E-Cell-Pilot auf dem kleinen Kombiinstrument neben dem Tacho ab. Der Nissan Leaf hat hier mehr zu bieten: Zahlreiche Diagramme zeigen an, welche Verbraucher gerade wieviel Strom zehren und wie viele Kilometer Reichweite man beispielsweise gewinnt, wenn man sofort die Klimaanlage ausstellen würde. Ebenso wie der Elektro-Smart hat die A-Klasse aber ein intelligentes Lademanagement. Speichert man zum Beispiel die geplante Abfahrtszeit für den nächsten Tag, wählt das System ein Ladeschema, bei dem möglichst günstiger Nachtstrom genutzt wird. Zudem wird das Auto kurz vor Fahrtbeginn auf die gewünschte Temperatur vorgeheizt oder abgekühlt. Solche Funktionen sowie den aktuellen Speicherstatus überwacht der Fahrer via Internet am heimischen Computer oder mit seinem Smartphone.

Unter der Gepäckraumabdeckung der A-Klasse sind fein säuberlich die Ladekabel verstaut. Mercedes gibt als Ladezeit die Dauer an, nach der 100 Kilometer Reichweite zur Verfügung stehen. An einer normalen Steckdose (230 Volt) ist das nach acht Stunden der Fall, an einer speziellen Wandbox oder einer öffentlichen Station mit 400 Volt nach drei Stunden. Das Onboard-Ladegerät lässt eine maximale Ladeleistung von 6,6 kW zu. Eine Schnellladung wie beim Nissan Leaf (mit Gleichstrom und 50 kW) ist also nicht möglich. Mercedes geht allerdings davon aus, dass Stromer-Piloten ihre Fahrgewohnheiten schnell an die Reichweite anpassen. Bei den Langzeittests mit elektrischen Smart-Flotten habe sich gezeigt, dass nur ein Prozent aller Fahrer im Laufe des Tages nachladen.

Lesen Sie auf Seite 3 wie Mercedes plant, Elektromobile einzuführen.

(ID:366657)