Mercedes will bis 2020 papierlose Autohäuser

Interview mit Mercedes-Vertriebschef Carsten Oder

| Autor: Dominik Faust

Der Leiter Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland, Carsten Oder (li.), im Gespräch mit »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel.
Der Leiter Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland, Carsten Oder (li.), im Gespräch mit »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel. (Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Mit dem Jahr 2016 sind die deutschen Mercedes-Benz-Händler sehr zufrieden. Das jedenfalls haben sie dem Leiter Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland, Carsten Oder, „zurückgespiegelt“, wie er im Interview mit »kfz-betrieb« sagt. Zum Ergebnis des letzten Jahres gehört auch eine durchschnittliche Händlerrendite von über einem Prozent. Etliche Partner hätten 2016 positiv abschließen können, bei einigen bestünden noch Optimierungspotenziale. Diese können in den nächsten Jahren zum Beispiel im Rahmen des Daimler-Programms „Retail Excellence“ (REX) gehoben werden, das »kfz-betrieb« in der Ausgabe 09/2017 exklusiv vorgestellt hat.

Auch in Sachen Digitalisierung geht es beim Mercedes-Benz-Vertrieb weiter voran: So wird der Hersteller noch im Laufe des Jahres bei den Händlern ein neues System integrieren, das digitale Unterschriften ermöglicht. Die Partner seien darüber bereits informiert worden, wie Oder weiter sagte. Zunächst würde die digitale Akte aber in den Niederlassungen eingeführt.

Ab Januar 2018 soll in Mercedes-Autohäusern Schluss sein mit Prospekten und Preislisten aus Papier.
Ab Januar 2018 soll in Mercedes-Autohäusern Schluss sein mit Prospekten und Preislisten aus Papier. (Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Der Vertriebschef will außerdem bis spätestens zum Jahr 2020 die Zahl der gedruckten Papiere in den Autohäusern auf ein notwendiges Minimum reduzieren: „Das habe ich mir auf die Fahnen geschrieben.“ Er rechnet sogar damit, dass Mercedes-Benz deutlich früher im Sales- und Aftersales-Bereich papierlos sein wird. Händler bestätigen im Gespräch mit »kfz-betrieb«, dass es bereits ab Januar 2018 keine gedruckten Prospekte und Preislisten mehr geben wird. Die Informationen stehen dann nur noch digital zur Verfügung.

Nahezu alle Hersteller und Importeure betonen derzeit, dass sie auch in Zukunft keine Fahrzeuge an den Händlern vorbei vertreiben wollten. Das gilt auch für Mercedes-Benz: „Über den stationären Handel liefern wir unsere Autos aus, der stationäre Handel betreut unsere Kunden im Aftersales. Für all das incentivieren wir unsere Partner entsprechend. Dadurch entsteht eine Win-win-win-Situation, von der unsere Kunden, unsere Händler und wir als Hersteller profitieren“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland.

Genfer Salon 2017: Premieren in jeder Preisliga

Über weitere Details zu den genannten Themen, und wie sich Oder das ideale Mercedes-Benz Vertriebs- und -Servicenetz der Zukunft vorstellt, berichten wir in der Ausgabe 14/2017 des »kfz-betrieb«. Sie erscheint am 7. April.

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