Mini John Cooper Works GP: Der Maxi-Mini

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Das ist auch so gewollt von den Ingenieuren bei John Cooper. Schließlich soll der Mensch mit der Maschine gleichsam verwachsen. Das gilt auch für die Kurvenhatz, seit jeher eine besondere Stärke aller Minis. Das immer wieder beschworene Kart-Feeling erreicht beim Kraftprotz eine neue Dimension. Erlebbar auch für Normalfahrer, auf die Spitze gebracht sicher nur von Profis. Die präzise Lenkung, die brachial spurtreuen Bremsen, das ausgeklügelte Sperrdifferential mit seinem Widerwillen gegen durchdrehende Räder. Ein Gesamtpaket an Perfektion, für das Enthusiasten viele Stunden am Computer und hinterm Lenkrad verbracht haben.

Mini John Cooper Works GP: Der Maxi-Mini
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Aber ehrlich: Gibt es wirklich genug Menschen, die ihr Investment von mindestens 45.000 Euro auf einer abgesperrten Strecke in Gefahr bringen? Der kleinste Fahrfehler kann das Kunstwerk in einem Schrotthaufen verwandeln, tritt man auch noch gegen Gleichgesinnte im Rennen an, drohen Crashs und Schlimmeres. Das weiß wohl auch Mini und hat die gesamte Produktion des John Cooper Works GP auf 3.000 Stück begrenzt. Hartgesottene Freaks mit gut gefüllter Brieftasche zu begeistern ist bei einer Ikone wie der früheren Hutschachtel eine leichte Übung.

Kein Alltagsauto trotz Straßenzulassung

Außerdem trägt der Bayern-Brite ein offizielles Kennzeichen, darf sich also auch unter die Mehrheit der Normalos mischen, ob auf Autobahn, Landstraße oder in der Großstadt. Alltag heißt das Stichwort. Und hier lässt der fürs Rumtoben gedachte Neuling deutlich Federn. Fehlanzeige bei den hinteren Türen, erklärbar durch den Verzicht auf eine Rückbank und dem Status als Zweisitzer. Annehmlichkeiten wie Klimaanlage oder aufwendiges Infotainment wurden auf dem Altar der Gewichtsabnahme auf 1,33 Tonnen geopfert.

Und die Fähigkeit, auf der Rennstrecke zu glänzen, birgt Gefahren. Wer auf engen Landstraßen den Vettel in sich entdeckt, wird schnell den Unmut all der anderen spüren. Knapp über fünf Sekunden auf Tempo 100 und ab dann lauern die Tempowächter. Auf der Autobahn kann der John Cooper all die noch teureren Mercedes AMG oder Audi RS ärgern. Müssen diese Kraftprotze bei 250 km/h passen, legt der Brite noch eine Schippe drauf - 265 km/h auf der linken Spur, wenn´s denn sein muss.

Unterm Strich bleibt die Frage nach dem Sinn solcher Kleinauflagen. Bei allem Respekt für die fraglose Ingenieurskunst, dem Spaßfaktor und der vielbeschworenen Freiheit auf Rädern, ist dieser Mini einfach auch aus der Zeit gefahren. Doch etwaige Protestler können ihre Plakate schnell wieder einrollen. Der „GP“ ist bereits ausverkauft, gerade mal 511 Stück gehen nach Deutschland. Einem von denen in freier Wildbahn zu begegnen, dürfte also – je nach Einstellung – eine Frage des Glücks oder Ärgers sein.

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