Mitsubishi fährt Engagement in Europa zurück

Konzentration auf Südostasien

| Autor: Yvonne Simon

In Deutschland kam Mitsubishi im vergangenen Jahr auf mehr als 54.000 Neuzulassungen.
In Deutschland kam Mitsubishi im vergangenen Jahr auf mehr als 54.000 Neuzulassungen. (Bild: GIMS)

Mitsubishi Motors steht wohl vor einem globalen Strategiewechsel: Im Zuge der Hauptversammlung am 18. Juni verkündete CEO Takao Kato, dass der Hersteller sein Engagement in den „Megamärkten“ schrittweise reduzieren will. Konkret sprach Kato von Europa und China.

Stattdessen wollen die Japaner dem CEO zufolge die Taktik „small but beautiful“ (deutsch: klein, aber schön) verfolgen. Darunter versteht der Autobauer einen Fokus auf die ASEAN-Länder als Kernregion. Zu dem Staatenverbund gehören unter anderem Indonesien, Thailand, Vietnam und die Philippinen. Dort könne Mitsubishi, so dessen Plan, seine Kernprodukte erfolgreich verkaufen – das seien Pickups und „truckbased SUVs“ sowie Vans.

Ein Grund für den Kurswechsel sei die enttäuschende Entwicklung des Herstellers auf den großen Märkten. Im Vergleich zu 2015 habe man zwar den Absatz steigern können, der Gewinn sei aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Rebstock: „Reine Spekulationen“

Was bedeutet die Ankündigung für den deutschen Markt? Angesprochen auf Katos Rede weist Importeursgeschäftsführer Kolja Rebstock „die aktuellen Meldungen zur Ausrichtung des europäischen Geschäftes bei Mitsubishi Motors“ als „reine Spekulation“ zurück. „Insbesondere in der Automobilindustrie gibt es vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Gesamtlage nahezu täglich Spekulationen zu Strategien und Geschäftsausrichtungen bei fast allen Herstellern“, so Rebstock weiter.

Gleichzeitig verweist der Geschäftsführer auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Hersteller und Händlern sowie auf den Erfolg der Marke hierzulande: „Mit über 54.000 verkauften Einheiten in 2019 ist Deutschland der mit Abstand größte und wichtigste Markt in Europa und siebtgrößter Markt für Mitsubishi Motors weltweit.“

Rahmenwerk skizziert neue Struktur der Allianz

Grundsätzlich kommt Katos Ankündigung nicht komplett überraschend. Denn dass sich die Partner der Nissan-Renault-Mitsubishi-Allianz künftig jeweils auf einen Kernmarkt fokussieren wollen, war schon länger klar: Bereits im Januar hatte das Bündnis ein neues Rahmenwerk vorgestellt. Darin war zu lesen, dass Mitsubishi einen Schwerpunkt auf Südostasien legen soll. Nissan soll hingegen die Führung in China übernehmen, Renault legt den Fokus auf Europa.

Außerdem wurde damals bereits angekündigt, dass jeweils ein Hersteller bei einer Schlüsseltechnologie anführend sein soll. Mittlerweile ist bekannt, dass Mitsubishi im Bereich Plug-in-Hybride vorausgehen wird.

Renault, Nissan und Mitsubishi: „Wir brauchen keine Fusion, um effizient zu sein“

Renault, Nissan und Mitsubishi: „Wir brauchen keine Fusion, um effizient zu sein“

27.05.20 - Aufgrund der Corona-Krise setzt die französisch-japanische Autoallianz auf milliardenschwere Kostensenkungen. Die Konzerne wollen künftig verstärkt zusammenarbeiten. Eine Fusion stehe jedoch keinesfalls auf der Agenda. lesen

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46666724 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Eventmarketing: Corona-Rock statt Blues

Eventmarketing: Corona-Rock statt Blues

Sind Veranstaltungen passé, bis es einen Corona-Impfstoff gibt? Nein, es bedarf nur kreativer Konzepte. Das digitale Wohnzimmerkonzert des Autohauses Büdenbender und das Pop-up-Autokino des Ford-Stores Kreissl sind dafür beispielhaft. lesen

Umsatzsteuer: Neue Steuersätze

Umsatzsteuer: Neue Steuersätze

Ein Weg aus der Coronakrise führt nach Vorstellungen des Gesetzgebers über Mehrwertsteuerentlastungen. Aus diesem Grund wird der allgemeine Steuersatz ab dem 1.7.2020 vorübergehend abgesenkt. Das betrifft die Autohäuser unmittelbar. lesen