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Renault, Nissan und Mitsubishi: „Wir brauchen keine Fusion, um effizient zu sein“

Autor: Viktoria Hahn

Aufgrund der Corona-Krise setzt die französisch-japanische Autoallianz auf milliardenschwere Kostensenkungen. Die Konzerne wollen künftig verstärkt zusammenarbeiten. Eine Fusion stehe jedoch keinesfalls auf der Agenda.

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Renault-Präsident Jean Dominique Senard über die Pläne der Allianz: „Wir brauchen keine Fusion, um effizient zu sein.“
Renault-Präsident Jean Dominique Senard über die Pläne der Allianz: „Wir brauchen keine Fusion, um effizient zu sein.“
(Bild: Renault)

Die französisch-japanische Autoallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi setzt vor dem Hintergrund der Corona-Krise auf milliardenschwere Kostensenkungen. Mit einer verstärkten Zusammenarbeit könnten Kosten für neue Automodelle um bis zu 40 Prozent sinken, sagte Renault-Präsident Jean-Dominique Senard am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz. Pläne für eine Fusion der drei Konzerne lägen dagegen nicht auf dem Tisch.

Senard machte deutlich, dass sich das große Bündnis von der Expansionsstrategie seines früheren Bosses Carlos Ghosn verabschiedet. Ghosn hatte die Allianz geschmiedet und vor allem auf hohe Absatzzahlen getrimmt. Der Renault-Präsident erläuterte: „Wir brauchen keine Fusion, um effizient zu sein. Wenn wir unsere Kompetenz teilen, wette ich, dass wir in ein paar Jahren als Vorbild in der Automobilbranche fungieren können.“

Zahl der Plattformen halbiert

Die Partner wollen nun ein sogenanntes „Leader-Follower“-System umsetzen und damit die Standardisierung von Prozessen vorantreiben. Statt derzeit acht Plattformen soll es in Zukunft nur noch vier – jeweils zwei von Renault und Nissan entwickelte – Plattformen geben. Nach dem neuen Konzept ist jeweils ein Hersteller „Leader“ eines Fahrzeugsegments. Die beiden anderen Bündnispartner sollen dessen Vorgaben folgen. So solle langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Allianz gesichert werden. Man wünsche sich letztlich mehr Klarheit und einfachere Prozesse.

Wegen der Corona-Krise und des damit verbundenen Absatzeinbruchs braucht Renault im Heimatland einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro. Auch Nissan geht es nicht gut – am Donnerstag wird der Konzern seine Jahresbilanz vorlegen, und die dürfte düster aussehen. Die Allianz lag beim Absatz 2019 mit rund zehn Millionen Autos weltweit hinter den Branchenriesen VW und Toyota.

Auch der Fall Ghosn hatte das Bündnis in eine schwere Krise gestürzt – der Automanager war Ende 2018 wegen Vorwürfen in Japan festgenommen worden und dann unter dubiosen Umständen in den Libanon geflüchtet.

Mit Material von dpa.

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 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG