Suchen

Nach Zulassung: Polizei stoppt E-Scooter auf der Autobahn

| Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Vor ihrer Zulassungen mussten E-Scooter einige Hürden überwinden. Nun zeigt sich: Die Vorbehalten scheinen nicht unbegründet gewesen zu sein. Wenige Wochen nach dem Start, haben die Elektrokleinstfahrzeuge bereits für einige Schlagzeilen gesorgt.

Firmen zum Thema

So sehen E-Scooter harmlos aus. Doch der Stromer verleitet seine Nutzer zu allerlei Unvernunft.
So sehen E-Scooter harmlos aus. Doch der Stromer verleitet seine Nutzer zu allerlei Unvernunft.
(Bild: Voi)

Seit dem 15. Juni 2019 sind elektrische Tretroller, so genannte E-Scooter, für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen – und schon gibt es Probleme. Zwar haben die ersten „Elektrokleinstfahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange“ inzwischen eine allgemeine Betriebserlaubnis, doch das ist nicht gleichbedeutend mit einer uneingeschränkten Lizenz zum Rollen.

Die hatte wohl ein junger Mann vermutet, der mit seinem E-Tretroller kilometerweit über die Autobahn A46 gefahren war, weil er nicht auf seinen Zug warten wollte. Seine ungewöhnliche Reise begann der 28-Jährige am Montagnachmittag am Bahnhof im rheinischen Erkelenz: „Er nahm die Navigationsfunktion seines Mobiltelefons in Anspruch und ließ sich hierüber über die Autobahn leiten“, teilte die zuständige Kreispolizeibehörde Heinsberg mit.

Zwei Autofahrer entdeckten den Mann rechtzeitig, schirmten ihn mit ihren Fahrzeugen ab und geleiteten ihn bis zur nächsten Ausfahrt. Ab da übernahm die Polizei. Seinen E-Scooter durfte der Mann den Angaben zufolge behalten – er musste ihn jedoch nach Hause schieben. Abgesehen von der Gefahr für den Scooter-Fahrer: Auf Autobahnen sind nur Fahrzeuge zugelassen, die mehr als 60 Kilometer pro Stunde fahren können. E-Tretroller dürfen jedoch nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde sein.

Nach Auskunft des Verbands Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) haben sich in den ersten Wochen nach der Zulassung der E-Scooter bereits mehrere schwere Zwischenfälle ereignet. Der TÜV Rheinland rät daher, vor der erstmaligen Fahrt auf öffentlichen Wegen die Handhabung und Bedienung des E-Scooters in geschützten Bereichen zu üben. Die Fahrer müssten idealerweise in der Lage sein, den Elektroroller im Straßenverkehr auch in unvorhergesehenen Situationen beherrschen zu können. Fahren dürfen den E-Scooter Personen ab 14 Jahren.

Erste betrunkene Fahrer, erste Unfälle

Die Polizei hat bereits eine Reihe von Verstößen im Straßenverkehr festgestellt und etliche Unfälle aufgenommen. So haben allein die Berliner Beamten in den ersten beiden Wochen seit der Zulassung acht Verkehrsstraftaten registriert. In fünf Fällen waren die Fahrer angetrunken oder betrunken, in zwei dieser Fälle gab es außerdem einen Unfall, bei dem die Fahrer leicht verletzt wurden. Dazu kommen fünf weitere Verkehrsunfälle mit E-Scootern, die alle von den Fahrern verursacht wurden. Vier Mal verletzte sich der Fahrer, zwei Mal schwer.

Ein weiteres Phänomen: Manche Menschen fahren zu zweit auf den E-Tretrollern, obwohl die meisten Fahrzeuge nicht dafür ausgelegt sind, wie der Vorstand des Bundesverbands Elektrokleinstfahrzeuge, Lars Zemke, sagte. Dies sei extrem gefährlich. In München konnte die Polizei so etwas verhindern: Zu zweit waren zwei Männer im Alter von 23 und 20 am vergangenen Freitag in der Altstadt auf einem E-Scooter unterwegs. Betrunken.

(ID:46007991)