Neue Opel-Burg für Stuttgart

Autor Jens Rehberg

Neben dem Porsche-Areal in Zuffenhausen hat die AVAG für Opel ein exklusives Autohaus gebaut. Sieben Millionen Euro haben die Augsburger in die neue Staiger-Zentrale gesteckt – den jetzt größten Einzelbetrieb der Handelsgruppe.

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(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Mit dem Standort für die neue Staiger-Zentrale hat der AVAG-Vorstand ein glückliches Händchen bewiesen. Direkt neben dem nördlichen Einfallstor in die Schwaben-Metropole gelegen, präsentiert sich der älteste Opel-Handelspartner überhaupt an der Schwieberdinger Straße nicht auf einer x-beliebigen Automeile, sondern quasi mitten auf dem Zuffenhausener Porsche-Boulevard. Zwar dürfte der Willkommensgruß der umliegenden Opel-Partner nicht extrem herzlich ausgefallen sein – ernsthaften Widerstand der Rüsselsheimer Netzentwickler gab es angesichts der jetzt fertig gestellten repräsentativen Markenfestung aber sicherlich nicht.

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„Schon nach den ersten Wochen konnten wir viele Neukunden begrüßen, darunter zahlreiche Fremdfabrikatsfahrer – dass das so schnell geht, damit haben wir nicht gerechnet“, berichtet Staiger-Chef Marcus Stein im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Da die Staiger-Gruppe gerade den Nordwesten des Stuttgarter Großraums kaum abgedeckt hat, ist der neue Standort des Hauptbetriebs im nahe der A81 gelegenen Zuffenhausen eigentlich ideal. Etwa die Hälfte der Bestandskunden des im Zuge von Stuttgart 21 geschlossenen alten, sehr zentral gelegenen Hauptbetriebs in der Stuttgarter Nordbahnhofstraße, so schätzt der Geschäftsführer, wird jetzt den Weg nach Zuffenhausen nehmen. Der neue Hauptsitz ist Mitte August operativ gestartet.

Die andere Hälfte der Kundschaft der alten Zentrale fängt das Autohaus mit seiner im Osten der Landeshauptstadt gelegenen Filiale in der Abelsbergstraße auf. Dorthin hat Staiger auch sein Karosserie- und Lackzentrum verlegt, ebenso wie das Großkunden-Team mit seinem gehobenen Stellplatz-Bedarf. Alle anderen Mitarbeiter aus der Nordbahnhofstraße arbeiten jetzt in Zuffenhausen – 65 Angestellte zählt der neue Vorzeigebetrieb.

Sieben Millionen Euro investierte die AVAG inklusive Grundstückskauf und Abrisskosten in den neuen Hauptstandort. „Wenn man ein bisschen größer baut, muss man hinterher eben ein bisschen fleißiger sein“, sagte AVAG-Vorstandssprecher Roman Still hierzu schmunzelnd anlässlich der Eröffnungsfeier am Dienstagabend in Richtung seines Geschäftsführers. Der wollte sich in Sachen Absatzplanung für den neuen Betrieb noch nicht festlegen.

Für die Staiger-Gruppe insgesamt bleibt die Planung anhaltend sportlich. In den letzten beiden Jahren konnte Staiger sein Neuwagen-Volumen um jeweils 23 Prozent steigern. Im laufenden Geschäftsjahr soll es immerhin ein Plus von 18 Prozent auf rund 3.600 Neuwagen werden. An Gebrauchten vermarktete die Gruppe zuletzt ein Jahresvolumen von rund 3.800 Einheiten – in diesem Bereich liegen die vergangenen wie auch die geplanten Zuwachsraten zwischen fünf und acht Prozent.

Das Grundstück, auf dem die neue Staiger-Zentrale steht, erstreckt sich über 7.300 Quadratmeter. Das Lager, die Werkstatt, der Schauraum und die Direktannahme belegen 2.150 Quadratmeter. Zudem fällt auf dem Areal ein sechs Meter hoher Turm auf, der für die ehemals auf dem Grundstück gelegene Parkett-Fabrik als Holz-Silo gedient hatte. Aufgrund seines soliden Fundaments wäre sein Abriss zu aufwändig geworden und so wird der Turm nun weiter als Lagerraum und Werbefläche genutzt.

Rund 100 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge werden in der Schwieberdinger Straße zukünftig ausgestellt. Der Servicebereich bietet Raum für neun Pkw-, zwei Nutzfahrzeug- und vier Diagnoseplätze. Zwei weitere Pkw-Bühnenplätze sollen hinzukommen, wenn in voraussichtlich etwa drei Jahren die volle Auslastung erreicht wird.

Zuallererst ein Fahrradladen

Auto Staiger beschäftigt an seinen acht Standorten in Leinfelden-Echterdingen, Esslingen, Waiblingen, Göppingen, Schwäbisch-Gmünd und zwei Mal in Stuttgart sowie im Logistik- und Teilezentrum über 245 Mitarbeiter. Firmengründer Paul Staiger eröffnete 1898 als württembergischer Radrennmeister ein Fahrradgeschäft in Stuttgart und übernahm kurz darauf die Generalvertretung von Opel-Fahrzeugen. Das Fundament für einen der erfolgreichsten Opel-Händler in Deutschland war gelegt.

Ab 1920 entwickelte und fertigte Staiger sogar eigene Fahrzeuge – insgesamt verkaufte er 500 Modelle. 1929 eröffnete er den noch bis vor kurzem betriebenen Stammsitz des Unternehmens in der Stuttgarter Nordbahnhofstraße.

In seiner späteren Blütezeit gehörte Staiger lange zu den vier größten Opel-Händlern in Deutschland. Seit 2014 ist der älteste Opel-Händler Deutschlands im Besitz der AVAG-Gruppe.

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