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Neue Renault-Trucks-Lkw kommen 2013

Autor: Stephan Richter

Renault Trucks geht 2013 in die Modelloffensive und erneuert seine Baureihen um die Euro-6-Varianten. Importeurschef Stefan Schall erklärt, warum die neuen Fahrzeuge dann zur richtigen Zeit kommen.

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Stefan Schall: „Unser Servicenetz ist hierzulande noch nicht für Elektro-Lkw ausgelegt.“
Stefan Schall: „Unser Servicenetz ist hierzulande noch nicht für Elektro-Lkw ausgelegt.“
(Foto: Suffner)

Renault Trucks war der einzige der sieben großen Nutzfahrzeughersteller, der auf der IAA Nutzfahrzeuge 2012 noch keinen serienreifen Euro-6-Lkw präsentiert hat. Erst ab Juni 2013 zeigen die Franzosen ihre runderneuerten Modelle, und liegen damit genau im Plan des Herstellers. „Euro 6 war nicht für 2012 anvisiert. Im kommenden Jahr stellen wir unsere neuen Baureihen des Verteiler-, Fern- und Baustellenverkehrs vor. Wir sehen die zukünftigen Gesetzesvorgaben als gute Gelegenheit, uns neu zu positionieren“, sagte Stefan Schall, Geschäftsführer Renault Trucks Deutschland, im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«.

Dem Importeurschef zufolge sollen die Betriebskosten bei künftigen Produkten noch stärker im Vordergrund stehen. „Unsere oberste Priorität lautete, dass wir ein wirtschaftliches Fahrzeug bauen. Zudem soll das Design Emotionen beim Kunden und den Fahrern wecken.“ Ebenso sollen die Fahrzeuge über mehr technische Raffinesse auch hinsichtlich der Kommunikation mit der Werkstatt verfügen.

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Unsichere Marktsituation

Die neuen Modelle kommen zur richtigen Zeit. Im ersten Halbjahr 2012 hat der Importeur 1.051 Einheiten über 6 Tonnen in Deutschland verkauft. Damit bildet er weiterhin das Schlusslicht in der Neuzulassungsstatistik. „Schon 2011 war für das Neuwagengeschäft kein All-time-high. Die Marktsituation ist auch in diesem Jahr schwierig. Grund dafür ist die Unsicherheit der Kunden aufgrund der wirtschaftlichen Situation“, sagte Schall. Neben einem steigenden Dieselpreis führen Schall zufolge noch die Fahrerknappheit und offene Fragen bezüglich Euro 6 zur Kaufzurückhaltung.

Mit eigenen Parametern bewerten

Dass die tatsächlichen Umstände dennoch besser als die gefühlten wären, erklärte Schall wie folgt: „Wir verfügen mit Renault Trucks Financial Services über eine eigene Finanzierungsgesellschaft. Die Erfahrungen der Kollegen zeigen, dass sich unsere Kunden in einem ruhigen Fahrwasser befinden. Deren Zahlungsverhalten sehen wir als guten Parameter.“ Schall ist sich sicher, dass die neuen Lkw der Schlüssel dafür seien, dass Renault Trucks 2013 wieder Fahrt aufnimmt.

Hersteller ist weiter auf Händlersuche

Dafür ist der Hersteller nach wie vor aktiv im Netzausbau und war wie schon während der IAA 2010 auf Händlersuche. „Wir haben seither viele Gespräche geführt und sind darüber hinaus weiterhin auf der Suche“, sagte Schall. Aktuell zählt das Unternehmen 105 Standorte in Deutschland. Ziel ist es, den Radius zwischen einigen Partnern enger zu ziehen. Dazu gehören unter anderem die Regionen um Osnabrück und Regensburg

Elektro-Deutschland kommt später

In Frankreich ist die Testphase für Elektro- und Hybrid-Lkw von Renault Trucks schon deutlich fortgeschritten. So ist die Hybrid-Version des Premium Distribution dort bereits erhältlich und der Transporter Maxity steht kurz vorm Verkaufsstart. Deutschland hinkt bei dieser Entwicklung noch hinterher. „Das Servicenetz ist hierzulande noch nicht für diese Fahrzeuge ausgelegt. Wir wollen nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Zunächst testen wir die Modelle im Alltag. Danach bauen wir deren Präsenz in Deutschland auf“, sagte Schall.

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