Neue Zylinderbeschichtung bei Daimler

Nanoslide senkt die Reibung

09.09.2011 | Autor: Jan Rosenow

Spiegelglatte Oberfläche: Nanoslide-Beschichtung im Mercedes-V6.
Spiegelglatte Oberfläche: Nanoslide-Beschichtung im Mercedes-V6.

Leichtbau-Kurbelgehäuse aus Aluminium haben vor allem einen Vorteil: Sie sind leicht. Doch damit sie auch verschleißfest und trotzdem reibungsarm genug für die hoch beanspruchte Zylinderlaufbahn werden, benötigen sie schwere Graugusslaufbuchsen oder eine Oberflächenbehandlung. Dafür gibt es bereits einige Verfahren, zu denen Daimler zuletzt die hauseigene Nanoslide-Technik hinzugefügt hat. Sie wird seit 2006 im 6,3-Liter-V8 der Tuningtochter AMG verwendet und hat nun den Weg in die Großserie gefunden, und zwar in die V6-Dieselmotoren von Mercedes-Benz.

Nanoslide beruht auf der Technik des Lichtbogen-Drahtspritzens (LDS). Dabei schmilzt ein elektrischer Lichtbogen Drähte aus einer Eisen-Kohlenstoff-Legierung auf und spritzt das Schmelzgut mittels eines Gasstroms auf die Innenwand der Zylinder. Daraus entsteht eine nanokristalline Eisenschicht, die durch Feinbearbeitung eine fast spiegelglatte Oberfläche mit feinen Poren erhält. Diese Oberfläche reduziert die Reibung und den Verschleiß zwischen Kolbengruppe und Zylinderlaufbahn, heißt es in einer Mitteilung von Daimler.

Nur halb soviel Reibung wie in Graugussbüchsen

Nachdem die Beschichtung durch das eigens hierfür entwickelte Spiegelhonverfahren geglättet wurde, ist sie nur noch 0,1 bis 0,15 Millimeter dick. Außerdem legt dieser Prozess Poren in der Schicht frei, die Öl aufnehmen und so für eine sichere Schmierung der Kolbengruppe sorgen.

Das Ergebnis sind nicht nur sehr geringe Reibwerte (laut Daimler 50 Prozent weniger als bei Graugussbuchsen), sondern auch ein geringer Verschleiß. Außerdem soll das Verfahren den V6-Dieselmotor gegenüber dem Vorgänger um 4,3 Kilogramm leichter machen und drei Prozent Kraftstoff sparen.

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