Great Wall Motor Neuer Anlauf nach einigen Rückschlägen

Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Thomas Günnel

Das Ziel der „Strategie 2025“ von Firmengründer Jack Wey und CEO Wang Fengying (Foto): vier Millionen verkaufte Fahrzeuge und 80 Milliarden Euro Umsatz bis 2025. Great Wall Motor will zum Global Player aufsteigen. Chinas Regierung soll die Steigbügel halten.

Wang Fengying ist CEO und Deputy Chairman Great Wall Motor.
Wang Fengying ist CEO und Deputy Chairman Great Wall Motor.
(Bild: Stoyan Nenov/picture alliance/Reuters)

Great Wall steigt gern da ein, wo andere aussteigen. So geschehen im Sommer 2021 in Brasilien. Der 1984 gegründete chinesische Autobauer übernahm das Daimler-Werk in Iracemápolis bei Sao Paulo, wo das Unternehmen seit 2016 C- und CLA-Modelle fertigte. Great Wall verkündete, Südamerika sei „einer der wichtigsten strategischen Märkte“. Fast zeitgleich feierte Great Wall die Eröffnung der Produktion im thailändischen Rayong – als „Tor nach Südostasien“. In dem ehemaligen GM-Werk werden zunächst SUVs der Marke Haval, später auch BEVs gefertigt.

Und das ging bisher schief

2020 wollte Great Wall auch in Indien zugreifen und das GM-Werk in Talegaon nahe Pune übernehmen. Dann kamen Corona und die von Premierminister Narendra Modi propagierte „Atmanirbharta“. Letzteres, wörtlich übersetzt: „Selbstständigkeit“, ist die indische Variante des Trump’schen Leitmotivs, nämlich „India first“. Der aktuelle Stand verheißt wenig Gutes für den Würde-gern-Investor: Die lokalen Behörden haben alle chinesischen Investitionsvorhaben auf Eis gelegt.