Neues Preismodell bei Carwow: „Wir brauchen nicht jeden Händler, sondern die besten“

Autor: Christoph Seyerlein

Bisher zahlten Händler an Carwow nur dann eine Gebühr, wenn sie dank der Plattform auch wirklich ein Auto verkauft haben. Seit dem 1. Oktober gilt eine neue Regel: Nun rechnet das Portal pro Anfrage ab. Wie der Handel davon profitieren soll, erklärt Carwow-Geschäftsführer Philipp Sayler von Amende.

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Carwow-Geschäftsführer Philipp Sayler von Amende sagt: „Wir wollen mit dem neuen Modell die Professionalität bei Carwow weiter steigern.“
Carwow-Geschäftsführer Philipp Sayler von Amende sagt: „Wir wollen mit dem neuen Modell die Professionalität bei Carwow weiter steigern.“
(Bild: Carwow)

Die Fahrzeugplattform Carwow hat zum 1. Oktober ein neues Preismodell eingeführt. Bezahlten Händler bislang pro verkauftem Auto eine Gebühr an den Anbieter, wird diese von nun an pro vermittelter Anfrage über das Portal fällig. Carwow-Geschäftsführer Philipp Sayler von Amende erklärte dazu im Gespräch mit »kfz-betrieb«: „Das ist keine versteckte Preiserhöhung. Ein Händler mit durchschnittlicher Erfolgsrate bei uns wird genau so viel zahlen wie bisher.“

Eine Anfrage, die bei einem Kfz-Betrieb über Carwow eingeht, kostet jenen zwischen 29 und 49 Euro. Wer über 10 Prozent jener Kontaktaufnahmen in Abschlüsse umwandelt, bekommt von der Plattform 10 Prozent Rabatt. Der Breakeven im Vergleich zum bisherigen Modell soll für Händler so bei einer Abschlussquote von etwa 9 Prozent liegen. „Unsere Top-Partner erreichen zwischen 20 und 30 Prozent. Für sie wird sich das also sehr lohnen“, so Sayler von Amende.

„Eigentlich wollten wir den Schritt erst etwas später gehen“

Auf jenen Schritt hatte Carwow schon länger hingearbeitet, beispielsweise hatten die Münchner vor rund einem Jahr bereits eine Mindestgebühr eingeführt. Nun folgte die komplette Umstellung aber doch früher als gedacht.

Philipp Sayler von Amende sagte dazu: „Eigentlich wollten wir den Schritt erst etwas später gehen. Während der Corona-Krise haben wir aber einen digitalen Quantensprung im Handel wahrgenommen. Anfragen aus dem Netz werden jetzt mit viel höherer Aufmerksamkeit bearbeitet. Deswegen ist nun ein sehr guter Zeitpunkt für diese radikale Veränderung bei uns.“

Wer Anfragen nicht beantwortet, zahlt drauf

Das neue Modell soll Händler dabei unterstützen, Werbe- und Akquise-Budgets gezielter einsetzen zu können, um Anfragen zu erhalten. Funktioniert das, könnte es einen positiven Effekt auf das Nachlassverhalten haben. Die Systematik fordert den Carwow-Partnern aber auch mehr ab als bislang: Wer anfragen ignoriert, zahlt drauf.

Auch deshalb rechnet Sayler von Amende damit, dass die Plattform manchen Händler verlieren wird. „Das haben wir aber so auch eingeplant. Wir brauchen nicht jeden Händler, sondern die besten“, sagt der Geschäftsführer. Carwow investiere stark in die Händlerbetreuung, etwa 35 der 50 Mitarbeiter arbeiten nach seinen Angaben in jenem Bereich. Ziel sei es, „unseren Partnern weiterhin den besten Service der Branche bieten zu können.“

Carwow selbst erhofft sich vom neuen Modell einen weiteren Professionalisierungsschub auf der Plattform. Kunden sollen künftig noch besser beraten werden. „Unser bisheriges Modell hat super funktioniert, wir sind damit extrem gewachsen“, erläutert Sayler von Amende. Nun sei es aber an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen. „Für uns wird sich das durch eine höhere Kunden- und Händlerzufriedenheit auszahlen“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«