Neuzulassungen halbiert: Diese Marken büßten im Mai am stärksten ein

Autor: Christoph Seyerlein

Auch im Mai präsentierte sich der deutsche Automarkt schwer gebeutelt. Zwar fiel das Neuzulassungs-Minus nicht ganz so heftig aus wie im April. Fast alle Marken haben aber weiter mit deutlichen Einbußen zu kämpfen.

Der deutsche Pkw-Markt steckt weiter in der Krise.
Der deutsche Pkw-Markt steckt weiter in der Krise.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Automarkt litt auch im Mai schwer unter der Corona-Pandemie, wenn auch nicht mehr ganz so heftig wie im April. Laut Kraftfahrt-Bundesamt gab es im Mai 168.148 Pkw-Neuzulassungen. Damit hat sich der Markt im Vergleich zum Vorjahresmonat nahezu halbiert (-49,5 %). Im April hatte es noch ein Minus von 61,1 Prozent auf 120.840 Einheiten gesetzt. Nach fünf Monaten liegt der deutsche Automarkt nun mit 990.350 Neuzulassungen um 35 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Aus Markensicht lag im Mai nur ein Fabrikat im Plus: Subaru wuchs im Vergleich zum Mai 2019 um 13,3 Prozent. Den heftigsten Zulassungseinbruch hatte einmal mehr Smart zu verzeichnen: Die Kleinwagenmarke verlor um 91,4 Prozent. Insgesamt lagen alle Marken außer Subaru deutlich zweistellig im Minus. Am glimfplichsten kamen noch Fiat (-13 %) und Mitsubishi (-19,2 %) davon. Besonders schwer traf es neben Smart dagegen vor allem Dacia (-63,4 %) und BMW (-62,1 %). Den höchsten Marktanteil hatte trotz ebenfalls großer Verluste bei den Zulassungen (-51,5 %) Volkswagen mit 17,6 Prozent, gefolgt von Mercedes (10,2 % Marktanteil) und Audi (8,3 %).

Knapp 62 Prozent der Neuzulassungen entfielen im Mai auf gewerbliche Halter. Jenes Segment schrumpfte aus Volumensicht um 50,3 Prozent. Ähnlich sah es bei den Privatkunden mit einem Minus von 48,2 Prozent aus.

Wenn Kunden ein neues Auto zuließen, griffen sie dabei im Mai am häufigsten zu einem SUV. In 19,9 Prozent aller Fälle traf das zu. Die Kompaktklasse war mit 18,9 Prozent das zweitstärkste Segment. Allerdings verzeichneten alle Fahrzeugklassen einen Zulassungsrückgang, am deutlichsten fiel dieser bei den Mini-Vans (-73,3 %) und den Minis (-70,1 %) aus.

Plug-in-Hybride boomen weiter

Etwas mehr als jeder zweite neu zugelassene Wagen war im Mai ein Benziner (51,1 %), im Vergleich zum Vorjahresmonat schrumpfte ihr Volumen allerdings um 56 Prozent. Diesel-Modelle kamen auf einen Marktanteil von 31,6 Prozent und verloren gegenüber dem Mai 2019 52 Prozent an Zulassungen.

Ein anderes Bild zeigte sich bei den elektrifizierten Fahrzeugen. Plug-in-Hybride setzten ihren Boom der letzten Monate fort (6.755 Neuzulassungen, +106,6 %). Mit 5.578 batterieelektrischen Fahrzeugen kamen zudem 20,5 Prozent mehr reine E-Autos neu auf die Straße als vor einem Jahr. Sie erreichten damit im Mai einen Marktanteil von 3,3 Prozent an allen Neuzulassungen. Dagegen waren Erdgas- (378 Neuzulassungen, -50,7 %) und Flüssiggas-Fahrzeuge (200, -78,4 %) kaum gefragt. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw-Modelle verringerte sich um 2,2 Prozent auf 154,8 Gramm pro Kilometer.

ZDK sieht wieder klare Grundlage für Kaufentscheidung

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) teilte am Donnerstag mit, dass auch nach der Wiederöffnung der Autohäuser Ende April die Kunden aufgrund der erwarteten Kaufprämien zuletzt weiter zurückhaltend waren. Nun habe das Abwarten durch die Verabschiedung des Konjunkturpaketes der Bundesregierung ein Ende. Der Wunsch des ZDK auf eine Prämie, die auch moderne Verbrenner mit einbezieht, erfüllte sich allerdings nicht. „Immerhin haben Kunden nun wieder eine klare Grundlage für ihre zukünftige Kaufentscheidung“, hieß es vom Verband.

Ein Blick auf die anderen großen europäischen Automärkte zeigt: Frankreich und Italien verzeichneten im Mai ähnliche Rückgänge wie Deutschland. Düsterer verlief der Monat dagegen in Spanien (-73 %). Besonders schwer zu kämpfen hat weiterhin Großbritannien: Dort lagen die Neuzulassungen im Mai um 89 Prozent im Minus.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility