Nissan-Händler müssen wohl noch lange auf den neuen Qashqai warten

Autor: Christoph Seyerlein

Der Qashqai ist für Nissan das mit Abstand wichtigste Auto in Deutschland. Entsprechend ungeduldig warten die Händler auf den Nachfolger des in die Jahre gekommenen Modells. Allem Anschein nach werden sie sich aber noch länger gedulden müssen.

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Der Produktionsstart des neuen Nissan Qashqai in Sunderland verzögert sich offenbar.
Der Produktionsstart des neuen Nissan Qashqai in Sunderland verzögert sich offenbar.
(Bild: Nissan)

Der Produktionsstart für die nächste Generation des Nissan Qashqai lässt offenbar auf sich warten. Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf zwei voneinander unabhängige Quellen berichtet, plant der Hersteller inzwischen frühestens „nach April 2021“ mit dem Fertigungsbeginn im britischen Sunderland. Ursprünglich hätte es laut der Zeitung im Oktober 2020 damit losgehen sollen.

Nissan selbst erklärte auf Nachfrage, die Vorbereitungen für die Markteinführung des neuen Qashqais in Sunderland würden fortgesetzt. Das Werk mache man dafür mit 400 Millionen britischen Pfund (knapp 450 Millionen Euro) fit. Ein Sprecher teilte zudem mit: „Wir haben bis jetzt noch keinen Zeitplan für die nächste Qashqai-Generation bekannt gegeben. Wir freuen uns aber darauf, in den kommenden Monaten einige aufregende Neuigkeiten mitteilen zu können.“

Dem Bericht der Financial Times zufolge muss der Qashqai vor allem wegen der Corona-Pandemie warten. Allerdings sehe der Hersteller im neuen Zeitplan auch einen Vorteil: Denn aktuell ist der Ausgang der Brexit-Gespräche zwischen der EU und Großbritannien noch nicht absehbar. Auch die Auswirkungen auf die Produktionsbedingungen für internationale Automobilhersteller auf der Insel sind damit noch unklar. So gewinnt Nissan in dem Zusammenhang Zeit.

Für den Handel sind das allerdings keine guten Nachrichten. Der Qashqai ist Nissans mit Abstand wichtigstes Modell in Deutschland. Im laufenden Jahr ist er mit bislang 9.352 Einheiten (Stand August) für 43 Prozent aller Neuzulassungen der Marke hierzulande verantwortlich.

Aktuellem Qashqai geht die Luft aus

Zuletzt war allerdings bereits deutlich zu spüren, dass die aktuelle Qashqai-Generation in die Jahre kommt. Das letzte Facelift hatte Nissan dem Modell im März 2017 verpasst. Im laufenden Jahr liegt der Qashqai-Absatz nach acht Monaten fast 35 Prozent hinter den Zahlen aus dem Vorjahreszeitraum zurück. Umso ungeduldiger warten die Händler bereits auf den Nachfolger, wie aus dem Netz zu vernehmen ist. Allem Anschein nach werden sie aber noch eine ganze Weile länger als erhofft auf die dritte Qashqai-Generation warten müssen.

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Entwicklungsredakteur