Nokian siegt beim GTÜ-Sommerreifentest

Der Wetproof punktet vor allem auf nasser Fahrbahn

| Autor: Jan Rosenow

Die Nässeperformance stand beim GTÜ-Sommerreifentest 2019 im Mittelpunkt.
Die Nässeperformance stand beim GTÜ-Sommerreifentest 2019 im Mittelpunkt. (Bild: Tschovikov/GTÜ)

Mit der Dimension 205/55 R 16 schickten die Reifentester von GTÜ und dem Auto Club Europa (ACE) in diesem Jahr die meistverkaufte Reifengröße auf dem deutschen Markt ins Rennen. Und sie verzichteten darauf, einen Billigreifen als vermeintliches Opfer mitzutesten, sondern ließen ausschließlich Premium- oder Fast-Premium-Produkte aufeinander los. So konnte es allerdings auch keine positive Überraschung seitens namenloser Marken aus Fernost geben, die sich immer häufiger als durchaus konkurrenzfähig entpuppen.

Einen Überraschungssieger gab es trotzdem, nämlich den erst im letzten Herbst vorgestellten Nokian Wetproof. Da die Tester für die Nässeperformance die höchste Punktzahl vergaben, konnte sich der als Regenspezialist entwickelte Pneu entsprechend gut in Szene setzen. Mit der Note „sehr empfehlenswert“ schnitten außer dem Nokian auch die Modelle Dunlop Sport BluResponse und Continental Premium-Contact 6 ab. Generell blieben die Punktabstände zwischen den Testreifen gering. Nur der nicht mehr ganz taufrische Pirelli Cinturato P7 (Debüt 2012) fiel mit der Note „Bedingt empfehlenswert“ etwas ab.

Auf trockener Straße gewinnen Conti und Bridgestone

Der Nokian Wetproof überzeugte laut GTÜ auf dem Nasshandlingkurs mit nahezu perfekter Seitenführung. Der Conti Premium-Contact 6 bremste zwar ähnlich gut, konnte aber beim Kurven-Aquaplaning nicht ganz mithalten. Das wiederum machte der Dunlop Sport BluResponse besser, der sich aber beim Nassbremsen gegenüber den anderen beiden deutlich geschlagen geben musste. Aus 80 Stundenkilometern kamen Nokian und Conti nach knapp 32 Metern zum Stehen, Dunlop dagegen brauchte fast eine Fahrzeuglänge mehr (35,8 m). Schlechter schnitten nur Goodyear (37,1 m) und Falken (37,4 m) ab.

Beim Handling auf trockener Strecke lagen Bridgestone mit dem neuen T005 und Continental vorn. Besonders der Conti bietet Reserven, wenn es mal schneller um die Kurve geht. Er ist auch für weniger geübte Fahrer leicht zu kontrollieren und vermittelt ein sicheres Gefühl, heißt es bei der GTÜ. Insgesamt enttäuschten beim diesjährigen Sommerreifentest mit Michelin und Pirelli zwei große Namen. Wirklich schlecht waren die beiden Reifen nicht, konnten aber bei der einen oder anderen Testdisziplin nicht so recht mithalten.

Bei den Preisen sind Hankook und Falken unschlagbar. Ein Satz kostet laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) durchschnittlich unter 300 Euro. Michelin verlangt stolze 100 Euro mehr. Zwar können die Franzosen diesen Nachteil oft mit einer besonders langen Laufleistung aufwiegen, aber diese war im GTÜ-Test nicht Prüfungsbestandteil.

Die Tabelle zeigt: Die Unterschiede zwischen den Premiumreifen sind gering. Ein echter Verlierer ist nicht dabei.
Die Tabelle zeigt: Die Unterschiede zwischen den Premiumreifen sind gering. Ein echter Verlierer ist nicht dabei. (Bild: GTÜ)

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