Neuwagen werden immer schwerer – diese Erkenntnis ist nicht neu und verfestigt sich trotz aller Leichtbau-Bemühungen. Denn die Verhältnisse verschieben sich immer weiter Richtung schwer. Das hat gleich mehrere Gründe.
Der Cadillac Escalade ist zwar eher selten in Deutschland, dafür aber auch besonders schwer. Fast alle Neuwagen wiegen mehr als eine Tonne. Beim Escalade sind es 3,5 Tonnen.
(Bild: Jessica Lynn Walker/Cadillac)
Wer verkauft die schwersten Autos? Für Deutschland sind das – je nach Betrachtungsweise – die Marken Ineos oder Cadillac. Auch Rolls-Royce, Bentley und der Elektroautohersteller Fisker gehören zu den Schwersten im Land, wie eine dpa-Auswertung von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zu den Neuzulassungen im vergangenen Jahr ergibt. Mehr als zweieinhalb Tonnen Leergewicht finden sich dort schnell – auch wenn man Wohnmobile und kleine Nutzfahrzeuge (Utilities) außer Acht lässt. Modelle mit weniger als 1.000 Kilo sind dagegen selten.
Mit 3.472 Kilo Leergewicht führt der Cadillac Escalade das Ranking deutlich an. Berücksichtigt wurden dabei alle in der vom KBA in seiner Statistik der Neuzulassungen nach Umweltmerkmalen einzeln ausgewiesenen Modellreihen. Die Nummer zwei, der Mercedes Maybach, kommt mit 3.027 Kilo erst weit dahinter, gefolgt vom Ineos Grenadier mit 3.002 Kilo. Alle drei Fahrzeuge sind in Deutschland selten, zusammen kamen sie 2023 auf nur etwas mehr als 1.000 Neuzulassungen.
Doch zieht man die Grenze bei zweieinhalb Tonnen, sind es zwei Dutzend Modellreihen und Zehntausende Autos aus den Segmenten SUV, Geländewagen und Oberklasse. Die genaue Zahl zu nennen, ist dabei nicht möglich, denn das KBA gibt pro Modellreihe immer nur ein Gewicht an, die einzelnen Autos können dann aber nach Motorisierung oder Ausstattung abweichen.
Die Leichtgewichte der Neuwagen
Das KBA listet nur noch zwei Modellreihen unter 1.000 Kilo: Die Kleinwagen Mitsubishi Mirage mit 954 Kilo und Suzuki Ignis mit 971 Kilo. Zusammen kamen sie auf rund ein Drittel weniger Neuzulassungen als die Autos über zweieinhalb Tonnen. Auch hier lässt sich die genaue Zahl nicht ermitteln. Noch 2022 führte das KBA übrigens vier Modellreihen unter einer Tonne, vor zehn Jahren sogar noch 15.
Für 2023 nennt das KBA einen Wert von 1.696 Kilo. Hier werden allerdings die schweren Wohnmobile und Utilities mitgezählt, die den Schnitt um etwa 50 Kilo nach oben ziehen. Im Vergleich zu 2022 ergibt sich zwar keine Veränderung, auf lange Sicht ist sie allerdings deutlich: Noch 2013 lag das Durchschnittsgewicht bei 1.475 Kilo.
Warum werden Neuwagen immer schwerer?
Hinter der Entwicklung stehen mehrere Treiber: Zum einen sind besonders kleine Autos für die Hersteller weniger attraktiv, weil sie typischerweise niedrigere Margen abwerfen. Dementsprechend ist das Angebot gesunken. Dagegen boomen SUV und Geländewagen, die durch ihre Bauart in der Regel schwerer sind als vergleichbare Autos mit flacherer Karosserie. Und auch der steigende Einsatz von Sicherheits- und Assistenzsystemen sowie der Bequemlichkeit dienenden Gadgets trägt zur Entwicklung bei.
Besonders stark machen sich hier aber Hybride und vor allem reine Elektroautos bemerkbar, die tendenziell schwerer sind. Die großen Batterien der reinen Stromer beziehungsweise der zusätzliche Elektromotor und die kleineren Batterien der Hybride sind alles andere als leicht. Reine Elektroautos sucht man unter einer Tonne jedenfalls vergeblich. Zwar gibt es weiterhin Fortschritte im Leichtbau. Diese können die Gewichtszunahme aber nicht ausgleichen.
Sind nur Stromer schwer?
Nein, es braucht keine große Batterie, um an der Spitze der Gewichtsskala zu stehen. Der Escalade beispielsweise wird in der Regel von einem Benzinmotor angetrieben. Das hat Folgen bei Verbrauch und CO2-Ausstoß, die selbst nach den oft eher optimistischen offiziellen Verbrauchsmessungen bei 13 Litern Benzin auf 100 Kilometer beziehungsweise mehr als 300 Gramm CO2 pro Kilometer liegen.
Und das ist nicht einmal das Maximum: Andere Fahrzeuge in der Klasse über zweieinhalb Tonnen verbrauchen teilweise zwei oder drei Liter mehr. Am anderen Ende der Gewichtsskala sieht es anders aus: Unter 1.200 Kilo finden sich bei den Benzinmotoren meist offizielle Verbräuche mit einer 5 vor dem Komma und CO2-Ausstößen von etwas mehr als 100 Gramm pro Kilometer.
Welche Marken sind besonders schwer?
Blickt man auf Marken statt Modellreihen, ist Ineos am schwersten. Von den Briten gibt es bislang aber nur die Modellreihe Grenadier mit ihren 3.002 Kilo. Dahinter folgen Rolls-Royce mit 2.757, Fisker mit 2.561 und Bentley mit 2.509 Kilo. All das sind aber eher seltene Autos.
Betrachtet man nur Marken mit mindestens einem Prozent Marktanteil bringt Volvo mit im Schnitt 2.139 Kilo am meisten auf die Waage. Dahinter folgt Tesla mit 2.015 Kilo, die zu einem guten Teil Batterien sind, vor Mercedes mit 2.011. Porsche belegt mit 1.988 Kilo Rang vier, denn aller Leichtbau bei den schwäbischen Sportwagen kann nicht die Pfunde der inzwischen zahlreichen Geländewagen und Oberklasselimousinen der Marke ausgleichen.
Stand: 08.12.2025
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BMW liegt bei 1.893, Ford bei 1.804 und Audi bei 1.772 Kilo – allesamt über dem Deutschen Durchschnitt. VW bleibt mit 1.590 darunter, ebenso seine Töchter Skoda und Seat mit 1.550 und 1.525. Opel kommt auf 1.444 Kilo. Die leichteste Marke mit mindestens einem Prozent Marktanteil in Deutschland ist Dacia. Sie kommt im Schnitt auf 1.268 Kilogramm.