Nussbaum: Vier Zylinder heben schneller

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Hydraulische Zweisäulenbühnen vereinen die Vorteile der Spindeltechnik mit der Geschwindigkeit von Stempelbühnen. Jetzt werden auch mechanische Sperrklinken und Synchronseile überflüssig.

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Vier Hebezylinder mit automatischem Höhenausgleich machen Sperrklinken und Gleichlaufseile überflüssig.
Vier Hebezylinder mit automatischem Höhenausgleich machen Sperrklinken und Gleichlaufseile überflüssig.
(Foto: Nussbaum/Murr PhotoArt)

Nussbaum stattet die hydraulischen Zweisäulenhebebühnen der neuen Serie „Power-Lift HL NT“ für Pkw und Transporter bis fünf Tonnen mit zwei Hydraulikzylindern in jeder Hubsäule aus. Sie sind miteinander überkreuz verbunden – jeder Kreis hebt beide Hubschlitten. Durch diese doppelte Sicherheit kann Nussbaum auf Sperrklinken verzichten, da ein Kreis allein bereits die Last sicher hält. Die Hubsäulen bauen dadurch schlanker als die bisherigen Bühnen.

Weiterhin setzt Nussbaum die neue so genannte Hyper-Flow-Technik ein. Sie synchronisiert den Gleichlauf der beiden Hubsäulen automatisch jedesmal, wenn die Hebebühne in die obere Endposition gefahren wird. So gelingt es Nussbaum, die Hubsäulen weiter zu verschlanken, denn die neuen Hebebühnen brauchen dadurch weder Seile noch Umlenkrollen. Die Hyper-Flow-Technik sorgt laut Hersteller zudem für die automatische Entlüftung des kompletten Hydrauliksystems. Beim Anfahren der obersten Position wird ein geringes Überfließen des Öls in den oberen Teil jeden Zylinders ermöglicht. Lufteinschlüsse im Ölkreislauf, die zu ungleicher Lastverteilung führen können, werden somit aus dem unteren Teil des Zylinders gedrückt.

Der Mechaniker bedient die Hebebühne einfach mit einem Hebel: Durch Drücken wird die Hebebühne angehoben, durch Ziehen abgesenkt, das Senken erfolgt stromlos und energiesparend. Die Senkgeschwindigkeit kann er feinfühlig und variabel steuern.

Nur ziehen und drücken, es gibt keine Knöpfe.
Nur ziehen und drücken, es gibt keine Knöpfe.
(Foto: Nussbaum/ Murr PhotoArt)
Mit kurzen Hub- und Senkzeiten von 26 bzw. 14 Sekunden sind die Bühnen circa ein Drittel schneller als übliche Hydraulikbühnen und doppelt so schnell wie eine Spindelhebebühne.

Fällt ein Kreis aus, kann die Bühne nach Herstellerangaben jederzeit noch sicher abgelassen werden, ein erneutes Anheben ist dann aber nicht mehr möglich. Weiterer Vorteil: Fällt der Strom oder die Druckluftversorgung in der Werkstatt aus, kann der Mechaniker das Fahrzeug dennoch wie gewohnt ablassen.Durch den Entfall der mechanischen Baugruppen arbeiten die neuen Bühnen wartungsarm und nahezu verschleißfrei, dies wird sich laut Anbieter auch auf den Wiederverkaufswert der Bühnen auswirken.

Variabler Aufbau

Bei der Installation der Hebebühnen wird keine feste Querverbindung zwischen den beiden Hubsäulen benötigt. Dadurch kann die Aufstellbreite um bis zu 200 Millimeter variieren. Die obere Quertraverse ist bereits an einer der Hubsäulen vormontiert. Ein einzelner Techniker kann so die zweite Hubsäule befestigen und den Aufbau allein vornehmen. Bei der Höhe ist die „Power-Lift HL NT"-Serie ebenfalls flexibel. Mit Steigrohrverlängerungen kann die Höhe in 100 Millimeter Schritten bis 900 Millimeter verlängert werden. Das Einsteigermodell „HL 2.30 NT DT" mit einer Tragkraft bis 3.000 Kilogramm ist bei Stahlgruber für 2.890 Euro erhältlich.

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