Offenbacher elektrifizieren Opel Transporter

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Bei elektrisch angetrieben Nutzfahrzeugen ist die Nachfrage derzeit deutlich größer als das Angebot. Auch wenn VW, Mercedes und Renault ihre elektrischen Transporter bereits angekündigt haben, liefern können sie bisher noch nicht. Diese Lücke will die I See Electric Trucks GmbH mit elektrifizierten Opel-Fahrzeugen künftig füllen.

Firmen zum Thema

Opel-Transporter mit E-Antrieb stammen künftig von I SEE.
Opel-Transporter mit E-Antrieb stammen künftig von I SEE.
(Bild: I SEE)

Elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge sind der Markt der Zukunft. Dieser Ansicht sind die drei Geschäftsführer der noch recht jungen I See GmbH im hessischen Offenbach. Alle drei haben bereits reichlich Erfahrung in Sachen Elektromobilität gesammelt. Andreas Pfeffer war Geschäftsführer der Emovum GmbH in Hamburg und maßgeblich an der Einführung des elektrischen Ducato beteiligt. Christian von Hösslin hat bereits mit seinem eigenen Unternehmen Turn-E Porsche Speedster elektrifiziert. Thomas Wächter hat über 20 Jahre Automobilerfahrung und verantwortet als Mitglied der Geschäftsleitung den gesamten Nutzfahrzeugbereich der Brass-Gruppe, einem der größten Opelhändler Deutschlands.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Christian von Hösslin erläutert: „Die Idee der I See Electric Trucks GmbH ist es, Nutzfahrzeuge zu entwickeln, die eine umfangreiche Ausstattung bieten, flexibel in der Wahl der Reichweite sind und schnell zur Verfügung stehen.“

Um beim Preis für die Kunden attraktiv zu werden, will das Unternehmen in seinen elektrifizierten Fahrzeugen möglichst viele Gleichteile verwenden. Das soll über große Stückzahlen für Skaleneffekte sorgen, die wiederum die Einkaufspreise verringern.

Über 25 Modellvarianten

I See bietet seine Elektrotransporter derzeit auf Basis des Opel Movano und des Opel Vivaro an. Diese Strategie ermöglicht Fahrzeuge mit vielen Aufbauarten: als Kasten, als Kipper/Pritsche und zur Personenbeförderung mit bis zu neun Sitzen. Die Kunden können je nach Fahrprofil zwischen den beiden Batteriegrößen 40 kWh und 55 kWh wählen. Maximal sollen tatsächliche Reichweiten von mehr als 200 Kilometern auf der Straße möglich sein.

Standard in allen Fahrzeugen ist eine elektrische Heizung. Optional bietet das Unternehmen eine zusätzlich verbaute Bioethanol-Standheizung an, die in den Wintermonaten für die gewohnte Reichweite ohne Abstriche sorgen soll. Die Akkupacks sitzen unter dem Fahrzeug und schränken deshalb den Laderaum nicht ein. Der e-Vivaro und der e-Movano sind serienmäßig mit Klimaanlage und Radio ausgestattet.

Made in Hessen mit deutschlandweitem Händlernetz

Die Opel-Neufahrzeuge werden in Hessen elektrifiziert und sollen von ausgewählten Opel-Händlern bundesweit verkauft und gewartet werden. Bei der Auswahl der ersten Händler hat I See eng mit Opel zusammengearbeitet. Ziel ist es, in Deutschland ein Netz aus 70 Partnerbetrieben zu installieren. Künftige Partnerbetriebe müssen nicht zwangsläufig aus dem Opel-Netz stammen. Nach Angaben von Thomas Wächter müssen die Mitarbeiter der Betriebe allerdings offen für die Elektromobilität sein und bereit sein, sich weiterzubilden. Denn sein Ziel ist es, dass die Partnerbetriebe eine Top-Beratung bieten können. Dafür hat I See die notwendigen Schulungen bereits entwickelt.

Neben den Servicearbeiten sollen die Vertragspartner auch eventuelle Garantiearbeiten durchführen. Bei den elektrifizierten Fahrzeugen bleibt nach Unternehmensangaben die Opel-Werksgarantie von zwei Jahren für die verbleibenden Komponenten uneingeschränkt bestehen. Ergänzt wird sie durch eine zweijährige I-See-Garantie für die neu eingebauten Komponenten. Der Motor und das Batteriepack erhalten eine Garantie über sieben Jahre (maximal 250.000 km bzw. 1.500 Vollladezyklen).

Im ersten Schritt wollen die Hessen die Fahrzeuge zentral umrüsten. Je nach Nachfrage könnten später auch Umrüstsätze das Angebot ergänzen, mit denen die Partnerbetriebe die Transporter vor Ort selbst umrüsten könnten.

Voll förderungsfähig

Laut Unternehmensangaben stehen die elektrischen Nutzfahrzeuge in allen wichtigen Förderlisten der Bundesregierung. So ließen sich je nach Förderungsanspruch bis zu 50 Prozent der Mehrkosten durch die Bundesregierung subventionieren.

Ende September sollen die ersten Kunden ihre Fahrzeuge bekommen. Als Lieferzeit rechnet Wächter danach mit etwa fünf Monaten: vier Monate, die I See selbst auf die Lieferung der Verbrennerfahrzeuge warten muss, und einen Monat für die Elektrifizierung. Der Preis für den e-Vivaro soll bei 53.990 Euro beginnen, beim e-Movano startet die Preisliste bei 59.990 Euro. Der Aufpreis für den größeren 55-kWh-Akku beträgt 8.000 Euro.

(ID:45380645)