Oldtimer-Fahrbericht: Volkswagen K70

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Oldie bleibt Oldie

Das manuelle Viergang-Getriebe schaltet sich ein wenig knochig, doch das sei der betagten Limousine verziehen – mit der kärglichen Grundausführung will man schließlich keine Rennen gewinnen. Immerhin benimmt sich der Benziner manierlich, so dass von einem Quäntchen Komfort die Rede sein darf, zumindest im Kontext betrachtet.

Oldie ist eben Oldie, da empfindet man als Modernautofahrer das eine oder andere als unbequem oder gar skurril, und sei es nur das spindeldürre Lenkrad, das ohne Handschuhe rutschig wird. Auch die Sitze lassen an Seitenhalt vermissen. Seitenhalt gab es vor wenigen Jahrzehnten wohl nur in den Stühlen echter Sportwagen, und da fühlte man sich dann auf langer Reise auch nicht mehr wohl.

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Dafür bietet der K70 ein schick anmutendes Instrumentarium mit übersichtlichen Rundanzeigen – was will man mehr. Je nach Version gibt es sogar einen Drehzahlmesser, in den Siebzigern noch purer Luxus. Und die fein säuberlich integrierten Lufteinlässe gehen glatt als architektonischer Spot durch. Dann die zeitgeistige Schaltschema-Tafel unterhalb des Radios: Ja, der fremdentwickelte VW bietet wirklich nur vier Gänge.

Seltene Erscheinung

Auf der rechten Seite oberhalb des Handschuhfachs ist der Mono-Lautsprecher zu sehen. Wofür braucht man hier überhaupt ein Radio? Schon unterhalb von Landstraßen-Tempo wird der Viertürer derartig brummig, dass man die Lautstärke der eigenen Stimme schon bei einer schlichten Unterhaltung anheben muss. Mittelklasse war vor fast einem halben Jahrhundert eben wirklich mittel klasse, das ist inzwischen längst vergessen. Doch genau das macht den Charme eines Oldtimers aus.

Der VW K70 gehört heute zu den Hinguckern, denn er ist eine seltene Erscheinung. Das war er sogar schon zu Neuzeiten, denn zum richtigen Massenmobil hat ihm einfach die Kundschaft gefehlt. Gut 211.000 Exemplare verließen bis 1975 die Händlerhallen – bereits der erste Passat hat diesen Wert mehr als zehnmal übertroffen. Wer sich für den K70 interessiert und gerade kein passendes Exemplar im Netz findet, wende sich doch einfach mal an den internationalen K70-Club (www.k70-club.de) – schön, dass auch die einst ungeliebten Autos Fans haben. Der Neupreis des VW K70 lag anno 1973 bei 10.630 DM. Der heutige Marktpreis für gut gepflegte Exemplare liegt laut Classic Data bei etwa 7.800 Euro.

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