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Oldtimergewerbe: Frühlingserschlaffen

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Die nächste Oldtimersaison steht vor der Tür und mit ihr die Erkenntnis, dass blühende Landschaften nicht ewig blühen. So mussten die Händler, die klassische Automobile verkaufen, im vergangenen Jahr zwar nicht den Rückwärtsgang einlegen, wohl aber vom Gas gehen. Derweil dreht das Gros der Servicebetriebe im roten Bereich.

(Bild: Dominsky)

Wie dichtete einst der bekannte Kopf einer Neue-Deutsche-Welle-Band: „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“. Zugegeben: Die Ähnlichkeiten zwischen in Pellen gepresstem Fleischsubstrat und dem Classic Business, dem Geschäft mit und rund um Young- und Oldtimer, sind eher geringer Natur. Doch an der vermeintlichen Weisheit bezüglich besagtem Nahrungsergänzungsmittel ist schon etwas dran. Denn bereits Ende 2016 reifte im Handel mit klassischen Automobilen die Erkenntnis, dass auch hier die Dinge nicht ewig in den blauen Himmel wachsen. Eine Entwicklung, die sich im vergangenen Jahr fortsetzte.

„Das Preisniveau hat sich weitgehend stabilisiert, nur wenige Fahrzeuge haben weiterhin im Preis nachgegeben. Die meisten Edelkarossen im zweistelligen Millionenbereich werden derzeit zurückgehalten und nicht auf den Markt gebracht. Deren Besitzer warten ab, bis die Investitionslaune international wieder gestiegen ist“, weiß Frank Wilke von Classic Analytics, einem bekannten Marktanalysten und Oldtimerbewerter, zu berichten. Ins gleiche Erkenntnishorn bläst auch Dietrich Hatlapa, Chef der Historic Automobile Group International (HAGI), ein ebenso renommierter Classic-Car-Beobachter: „Der Markt hat sich vom Umsatz her deutlich beruhigt, verglichen mit den Jahren 2012 bis 2015. Die Umsatzniveaus sind wieder auf denen der Jahre vor 2012.“