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OLG: Kunde muss über Mängel informiert werden

| Autor: Doris Pfaff

Wenn eine Kfz-Werkstatt versäumt, bei einer Reparatur notwendige Kontrollen auf mögliche Mängel durchzuführen, muss sie unter Umständen hinterher für auftretende Schäden haften. Zu diesem Urteil kam das Oberlandesgericht Düsseldorf.

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Auch wenn der Testlauf nach einer Reparatur unauffällig ist, muss eine Werkstatt unter Umständen für Schäden aufkommen, falls sie ihre Aufklärungspflicht vernachlässigt hat.
Auch wenn der Testlauf nach einer Reparatur unauffällig ist, muss eine Werkstatt unter Umständen für Schäden aufkommen, falls sie ihre Aufklärungspflicht vernachlässigt hat.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Auch wenn eine Autowerkstatt eine Reparatur ordnungsgemäß durchgeführt hat, ist es möglich, dass sie hinterher für einen Schaden haften muss, falls sie den Kunden nicht auf Mängel hinwiesen hat, die bei der Reparatur hätten erkennbar sein müssen. Das urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf (AZ: I-21 U 43/18) und berief sich auf die Nebenpflichten beim Werkstattauftrag.

Verhandelt worden war ein Fall, in dem ein Kunde seine Kfz-Werkstatt auf Schadensersatz verklagt hatte. Anlass war ein Motorschaden am Fahrzeug des Kunden, der 700 Kilometer nach einer Reparatur am Motor aufgetreten war. Bei dem Werkstattbesuch waren zuvor umfangreiche Arbeiten am Motor durchgeführt worden, unter anderem waren alle hydraulischen Ventilspielausgleichselemente und ein Kettenspanner ausgetauscht worden. Die Steuerkette wurde nicht erneuert, war aber für die Reparaturarbeiten teilweise ausgebaut worden.

Ein vom Gericht bestellter Gutachter stellte hinterher fest, dass die Kette zu diesem Zeitpunkt bereits deutliche Mängel gezeigt haben müsste, auch wenn der Testlauf nach der Reparatur unauffällig geblieben sei. Denn die Steuerketten hätten bei der Reparatur bereits eine erhebliche Längung aufgewiesen, sodass es nötig geworden war, den Kettenspanner fast vollständig auszufahren. Um einen Motorschaden zu vermeiden, hätte die Werkstatt den Kunden darüber informieren und zu einem Austausch raten müssen.

Teile vor dem Wiedereinbau prüfen

Zwar bestehe keine generelle Pflicht, ausgebaute Teile auf Mängel zu kontrollieren, sehr wohl aber, wenn die Teile nach Einbau nicht mehr zugänglich oder ohne weiteres kontrolliert werden können, so wie die Steuerkette. In solchen Fällen ist die Werkstatt verpflichtet, die ausgebauten Teile zumindest in Augenschein zu nehmen, urteilte das Gericht.

In dem verhandelten Fall hätte die Werkstatt entsprechend seiner Aufklärungs- und Hinweispflicht den Kunden darüber informieren müssen. Deshalb gestand das Gericht dem Kunden Schadensersatzansprüche zu. Die Werkstatt muss die Kosten für den neuen Motor, den Austausch, die Gutachterkosten und den Nutzungsausfall tragen. Weil aber davon auszugehen sei, dass der Kunde bei Hinweis die Steuerketten hätte austauschen lassen, müssten diese dann angefallenen Reparaturkosten gegengerechnet werden.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik