Opel Ascona B: Unterschätzer Siegertyp

Autor / Redakteur: sp-x / Christopher Kampfmann

Vor 40 Jahren kam der Opel Ascona B auf den Markt. Das Modell feierte auf der Rennstrecke Erfolge und wurde zum Kassenschlager für Opel. Unverdient steht er bis heute im Schatten des Manta.

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Der Opel Ascona B in der Rallye-Ausführung i2000.
Der Opel Ascona B in der Rallye-Ausführung i2000.
(Foto: Opel)

Biedermann in Bestform und zugleich gefährlicher Brandstifter, das war der Opel Ascona der zweiten Generation. Mit Hinterradantrieb und konservativem Stufenheck gelang dem Rüsselsheimer nicht nur der Sprung an die Spitze der europäischen Mittelklasse, er dominierte als PS-gewaltiger Rallyebolide auch die Weltmeisterschaft.

Rückblickend auf traditionsreiche Rüsselsheimer Modellreihen steht der Ascona B stets im Schatten seines emotionsgeladenen Zwillingsbruders, des Opel Manta B. Dabei ist der Manta letztlich nicht mehr als die Coupéversion des vermeintlich langweiligen Asconas. Von 1975 bis 1981 gewann der Ascona B rund 1,5 Millionen Käufer, die sich für die vielseitigen Talente der Vierzylinder-Limousinen begeisterten.

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Der Ascona konnte die meisten seiner über 20 Konkurrenten auch in Vergleichstests regelmäßig niederringen und dort sogar Alfa Romeo Alfetta und BMW 316 bezwingen. Noch besser sah es auf den Rallyepisten aus: Als Ascona 400 lieferte er die technische Basis für jene triumphale Siegesserie, die Walter Röhrl zum Titelgewinn der Rallye-Weltmeisterschaft 1982 trug.

Ab 1975 musste die Opel-Mittelklasse sogar der britischen GM-Tochter Vauxhall auf die Sprünge helfen. Damals lag Vauxhall fast am Boden und galt vielen Käufern als Inbegriff schnell rostender und schlecht zusammengebauter Autos. Ascona B und Manta B wurden nur wenige Wochen nach ihrer Markteinführung auch als Cavalier und Cavalier Coupé lanciert. Erfolgreich, wie sich schnell zeigte. Vauxhall fand zurück in die Erfolgsspur, denn der Qualitätstransfer vom Ascona zum Cavalier gelang. Zumal der Ascona dem früheren Opel-Slogan „Opel, der Zuverlässige“ alle Ehre machte. Dauertests der Fachpresse absolvierte er ohne einen einzigen außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt und in den Wartungskosten wurde der Ascona als so preiswert wie kein anderes Mittelklassemodell gewürdigt. Selbst Kompakte wie der VW Golf waren nach Analysen von Fachleuten teurer im Wartungsaufwand.

Populärer Geldbringer

Dabei spielte der Opel Ascona in der Liga von VW Passat, Ford Taunus, Audi 80, Fiat 131/132, Simca 1307/1308 oder Peugeot 305. Dort brillierte die Mittelklasse im Zeichen des Blitzes nicht nur in Vergleichstests, sondern vor allem mit den Verkaufszahlen. So übertraf der nur optisch komplett erneuerte und gediegen verpackte Ascona B die Popularität seines Vorläufers um mehr als das Doppelte und auch mit dem kompakten Kadett konnte er bei den Zulassungen fast gleichziehen. Dafür genügten dem Ascona B ganze zwei Karosserievarianten (Zwei- und Viertürer).

Satten „Gewinn in der Mitte“ spülte der Ascona B in die Kassen der deutschen GM-Tochter und sogar lästig lange Lieferfristen gab es im Jahr 1976 zu bewältigen, das aber auch anderen Herstellern einen Verkaufsrekord bescherte. Damit der Höhenflug des Ascona über viele Jahre fortgesetzt werden konnte, gönnte Opel seinem Geldbringer jährliche Modellpflegen. Dabei wurde in erster Linie das umfangreiche Motorenprogramm regelmäßig erweitert oder erneuert – die Palette aus insgesamt elf Triebwerken mit einem Leistungsspektrum von 40 kW/55 PS (1,2-Liter) bis 81 kW/110 PS(2,0-Liter-Einspritzer) galt damals als beinahe konkurrenzlos groß. Zumal Opel auch noch zwei Spezialitäten nachreichte: Mit markanter Hutze auf der Haube wurde im September 1978 ein 2,0-Liter-Diesel mit 43 kW/58 PS lieferbar, der vor allem in Italien und Frankreich Fans fand.

Seinen Leistungszenit erreichte der Ascona auf dem Genfer Salon 1979: Dort debütierte der Ascona 400 mit 2,4-Liter-16V-Motor und 103 kW/140 PS, der zur Motorsporthomologation in 400 Einheiten gefertigt werden sollte. Mit dem Wettbewerbs-Ascona wollte Opel seine beispiellose sportliche Erfolgsserie fortschreiben, die in der Saison 1978 insgesamt 1.084 Siege, darunter 242 erste Plätze im Gesamtklassement eingebracht hatte. Zusätzlich zum zivilen Ascona 400 wurde deshalb eine heiße Doppelvergaser-Variante mit 177 kW/240 PS lanciert. Der Preis für den 140-PS-Ascona lag anfänglich mit 40.000 Mark auf Porsche-911-Niveau, wurde aber im Oktober 1980 auf 29.990 Mark gesenkt. Nochmals gut 20.000 Mark teurer war die 220 km/h schnelle 240-PS-Variante mit motorsportlichen Zutaten.

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