Opel entwickelt weiter

Rüsselsheimer Ingenieure bekommen bei PSA viel Verantwortung

| Autor: Jan Rosenow

Opel-Geschäftsführer Michael Lohscheller: „Opel wird profitabel, elektrisch und global.“
Opel-Geschäftsführer Michael Lohscheller: „Opel wird profitabel, elektrisch und global.“ (Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Die Sitze. Opel-Autos sind bekannt für gute Sitze, und der Rüsselsheimer Hersteller war der Erste, der das Gütesiegel der „Aktion Gesunder Rücken“ bekam. Dies ist auch der neuen Opel-Konzernmutter PSA nicht verborgen geblieben, weswegen sie den deutschen Entwicklern die Verantwortung für die gesamte Sitzentwicklung im Konzern übertrug.

Dabei soll dieses nur eines von 15 „Kompetenzzentren“ sein, die PSA in Rüsselsheim einrichtet. Über die Forschungs- und Entwicklungsleistungen, die Opel für die französische Gruppe insgesamt erbringen wird, gaben am Montag am Stammsitz Opel-Geschäftsführer Michael Lohscheller und Entwicklungsleiter Christian Müller vor Journalisten Auskunft. Mit Opel solle „typische, deutsche Ingenieurskunst“ bei PSA Einzug halten, wurden die Verantwortlichen nicht müde zu betonen.

Zu den Kompetenzzentren gehören neben den Sitzen auch Handschaltgetriebe, Assistenzsysteme und Kraftstoffversorgung sowie Querschnittsthemen wie Fahrzeuggeometrie, Testautomatisierung und Werkstofftechnik. Auch die Anpassung von Fahrzeugen für den US-Markt sowie das Zukunftsthema Brennstoffzelle liegen in der Opel-Verantwortung.

Elektrifizierung startet 2019 mit einem Plug-in-Hybrid

Darüber hinaus leiten die Opel-Ingenieure die Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen (LCV) für das gesamte Unternehmen. Zudem wird das Rüsselsheimer Entwicklungszentrum künftig die globale Verantwortung für die Entwicklung von Vierzylinder-Ottomotoren für alle Marken der PSA-Gruppe übernehmen. Die Dieselmotorenentwicklung hingegen bleibt in Frankreich. Die entsprechende Abteilung in Turin, die bislang für Opels Selbstzünder zuständig war, verblieb bei General Motors.

Die Opel-Manager gaben auch Einblick in die Zukunft der Antriebstechnik bei ihrer Marke. Die Elektrifizierung der Modellpalette ist einer der Kernpunkte der laufenden Unternehmenssanierung. Sie startet 2019 mit einem Plug-in-Hybrid auf Basis des Grandland X; ein Jahr später soll der batterieelektrische Corsa folgen. Insgesamt kommen bis 2020 vier elektrifizierte Modelle auf den Markt.

Bis 2024 wird die gesamte Opel-Palette auf den beiden Multi-Energy-Plattformen von PSA umgestellt sein, die vielfältige Antriebskonzepte vom klassischen Verbrenner über unterschiedliche Hybride bis hin zum E-Auto zulassen, aber auf wenigen und einheitlichen Modulen basieren. Die früher Opel-typische Variantenvielfalt (zuletzt neun Plattformen und zehn Motorenfamilien) ist damit passé. Die Entwicklungskosten sollen dadurch um 20 bis 50 Prozent sinken.

Opel bleibt Opel

Die Plattformstrategie soll übrigens nicht zu einer Vereinheitlichung der Modellpalette führen, sondern flexibel genug für eigenständige Designs und Abmessungen sein, damit alle PSA-Marken sie entsprechend der jeweiligen Markencharakteristik auslegen können. Das gewährleistet, dass sich ein Opel auch zukünftig wesentlich von den Schwestermodellen der Marken Peugeot, Citroën und DS unterscheidet. „Alle zukünftigen Opel-Modelle werden in Rüsselsheim designt und entwickelt“, betonte Michael Lohscheller. „Opel bleibt Opel.“

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