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Pilotprojekt für Lkw mit Oberleitung startet auf der A5

| Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Elektro-Lkw könnten lokal Emissionen stark reduzieren, ihr Problem ist jedoch die Reichweite. Mit einem Oberleitungsnetz wollen Forscher dagegenhalten. Ob die Idee praxistauglich ist, zeigt nun der Einsatz der Technik auf der A5.

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Auf der A5 bei Darmstadt ist die erste Teststrecke für Lkw mit Stromabnehmer in Betrieb gegangen.
Auf der A5 bei Darmstadt ist die erste Teststrecke für Lkw mit Stromabnehmer in Betrieb gegangen.
(Bild: Hessen Mobil)

Die erste Elektrostrecke für Lkw auf einer deutschen Autobahn steht seit diesem Dienstag, 7. Mai, für den Güterverkehr zur Verfügung. Auf der stark befahrenen A5 zwischen Langen/Mörfelden und Weiterstadt in Hessen können nun Hybrid-Lastzüge während der Fahrt über Stromabnehmer an Oberleitungen Energie tanken. Man müsse in innovative Lösungen investieren, um den Herausforderungen im Klimaschutz auch im Verkehrsbereich zu begegnen, hieß es vom zuständigen Bundesumweltministerium.

Im Rahmen des Projektes „Elisa“ (elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen) sollen alle Daten gesammelt werden, die für einen späteren Ausbau des Systems in Deutschland relevant sein könnten. In beiden Fahrtrichtungen sind auf der rechten Spur jeweils fünf Kilometer mit Oberleitungsmasten versehen. Knapp 14,6 Millionen Euro hat das Bundesumweltministerium in die Teststrecke investiert. Weitere rund 15 Millionen Euro sollen bis 2022 in die Datensammlungen und Auswertungen fließen. Nach Angaben des Projektleiters, der Verkehrsbehörde Hessen Mobil, sollen Daten über alle relevanten verkehrs- und energietechnischen, ökologischen und ökonomischen Aspekte gesammelt werden. Mit im Boot ist hierbei die Technische Universität Darmstadt.

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Von Dienstag an sollen fünf Speditionen mit ihren Lastern bei ganz normalem Fahrbetrieb auf einem der meistbefahrenen Autobahnabschnitte Deutschlands teilnehmen. Die E-Autobahn funktioniert im Grundsatz wie der Güterverkehr der Bahn – nur ohne Schiene. Die Hybridlaster sind wie Loks mit Stromabnehmern ausgestattet. Erkennen Sensoren im Laster die Oberleitung, werden die Abnehmer ausgefahren. So werden die Elektromotoren mit Strom versorgt und gleichzeitig die Batterien aufgeladen. Innerhalb der Teststrecke können die Lasterfahrer auch überholen, dann übernehmen die Akkus die Energieversorgung. Sollten außerhalb der Teststrecke die Batterien dann leer sein oder Restenergie für innerstädtischen Verkehr aufgehoben werden sollen, übernimmt die Dieselmaschine den Antrieb.

Dem Bundesumweltministerium zufolge geht es darum, sich Modelle anzuschauen, was für die Zukunft die beste Variante für den Schwerlastverkehr auf der Straße ist. Für insgesamt drei Teststrecken gibt das Umweltministerium knapp 50 Millionen Euro aus, knapp 15 Millionen alleine für den Abschnitt auf der A5. Zwei weitere Teststrecken sollen in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg entstehen.

Daten zur Elektro-Autobahn

Die elektrifizierte Autobahn für Laster ist ein durchaus aufwendiges Projekt. Mit den Vorarbeiten wurde bereits im März 2018 begonnen.

  • Die Länge: Auf der Autobahn 5 sind in beide Fahrtrichtungen auf der rechten Spur jeweils fünf Kilometer mit Oberleitungsmasten versehen.
  • Die Masten: Insgesamt wurden entlang der Strecke 229 Masten errichtet. 112 in Fahrtrichtung Frankfurt, 111 in Richtung Darmstadt und 6 im Mittelstreifen.
  • Die Kosten: Das Bundesumweltministerium zahlt für das Projekt 14,6 Millionen Euro.
  • Die Teststrecke: Die A5 ist in dem Abschnitt vierspurig ausgebaut, nur die jeweils rechte Fahrspur hat Oberleitungsmasten. Nach der letzten Erhebung fahren hier täglich rund 135.000 Fahrzeuge, davon 14.000 Lkw.

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