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Plug-in-Hybride: Punkte fürs elektrisch Fahren

Autor: Andreas Wehner

Plug-in-Hybride sind nur umweltfreundlich, wenn sie so oft wie möglich mit Strom statt mit Benzin fahren. BMW will die Fahrer nun mit einem Punktesystem zum elektrisch Fahren animieren. Die Idee findet auch Daimler-Chef Källenius gut.

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Wer seinen Plug-in-Hybrid elektrisch fährt, kann bei BMW jetzt Punkte sammeln.
Wer seinen Plug-in-Hybrid elektrisch fährt, kann bei BMW jetzt Punkte sammeln.
(Bild: BMW)

Mit einem Punktesystem will BMW die Fahrer seiner Plug-in-Hybrid-Modelle zum elektrisch Fahren und Strom tanken animieren. Für jeden elektrisch zurückgelegten Kilometer wird Kunden künftig ein „BMW-Point“ angerechnet, in Umweltzonen sind es sogar zwei.

Die gesammelten Punkte können gegen Ladeguthaben eingelöst werden. Dabei entsprechen 1.250 BMW-Points einem Guthaben von 10 Euro. Für 3.000 Punkte werden 25 Euro, für 5.800 Punkte 50 Euro gutgeschrieben. Der neue Service steht zunächst in Deutschland, den Niederlanden und Belgien zur Verfügung. Weitere Märkte sollen noch dieses Jahr folgen.

Auch Daimler-Chef Ola Källenius kündigte jetzt ein Punktesystem für Plug-in-Hybrid-Fahrer an. Daimler wolle Kunden dafür belohnen, wenn sie so laden, wie sie laden sollten, sagte der Manager am Montagabend. Mit den entsprechenden Punkten sollen die Kunden beispielsweise Zubehör kaufen können.

Källenius hatte den Plug-in-Hybrid-Antrieb bereits in der vergangenen Woche beim IFA-Branchengipfel in Nürtingen gegen die Kritik von Umweltschützern verteidigt. Der Vorwurf: Die Technologie habe zu wenig Nutzen bei der Reduzierung von Abgasen.

Denn man kann zwar mit einem Plug-in-Hybrid eine gewisse Strecke elektrisch zurücklegen, kommt aber auch gut ohne Strom klar. Viele Plug-in-Hybrid-Fahrer laden die Batterie selten oder gar nicht und nutzen auf ihren Fahrten allein den Verbrenner. Das Umweltschutzpotenzial verpufft so. Daher fordern Kritiker, die Förderung von Plug-in-Hybrid-Modellen zu beenden. Das könnte sowohl für BMW als auch für Mercedes zum Problem werden. Sie benötigen Plug-in-Hybride, um die europäischen CO2-Vorgaben einzuhalten und Strafzahlungen zu vermeiden. Rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge haben sie bislang nur wenige.

Källenius: „Den Plug-in-Hybrid nicht kaputtreden“

Källenius ist sich sicher, dass die Fahrer aktueller und kommender Plug-in-Hybrid-Modelle ihre Autos stärker auch elektrisch nutzen werden. Denn die elektrische Reichweite der Fahrzeuge steige, das Fahren mit Strom werde dadurch attraktiver. So komme die A-Klasse inzwischen 70 Kilometer weit, größere Modelle erreichten bis zu 100 Kilometer. Hinzu komme die steigende Zahl der Lademöglichkeiten auch am Arbeitsplatz. Man werde die Plug-in-Hybrid-Technologie noch mindestens in diesem Jahrzehnt brauchen. „Wir sollten den Plug-in-Hybrid daher nicht kaputtreden“, forderte Källenius.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«