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Porsche 911 (992): Zeitlose Neuzeit-Maschine

| Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Die achte Generation des Porsche 911 bringt optisch wie erwartet eine Evolution. Besonders bei Infotainment und Assistenten macht die Ikone aber einen großen Schritt in Richtung Zukunft.

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Den Porsche 911 gibt es nun in der achten Generation.
Den Porsche 911 gibt es nun in der achten Generation.
(Bild: Porsche)

Mit dem Typ 992 geht der Porsche 911 in seine achte Generation. Das neue Modell wurde nun im Vorfeld der Los Angeles Auto Show (30. November bis 9. Dezember) vorgestellt. Optisch unterscheidet sich der Elfer besonders durch das Heck mit durchgängigem LED-Leuchtenband, breitem Spoiler und höherem Abschluss von der „alten“ Baureihen-Generation. Zwei kurze Leuchtenbänder sind exakt in der Mitte des schmaler gewordenen Luftgitters montiert. Damit hat Porsche nach vielen Versuchen endlich einen idealen Platz für die dritte Bremsleuchte gefunden. Pfiffig: Die beiden LED zeichnen eine „11“ nach und werden von je neun Rippen des Gitters umrahmt.

Außerdem tragen nun alle Varianten, unabhängig davon, ob sie Heck- oder Allradantrieb haben, die breite Karosserie. An der Vorderachse legt der Elfer um 4,5 Zentimeter in der Breite zu, außerdem trägt die Fronthaube in Anlehnung an klassische Modelle nun eine Vertiefung. Sachlich entschlackt präsentieren sich die nunmehr nur noch drei Lufteinlässe am Bug. Bisher waren es derer fünf. Die neuen LED-Scheinwerfer betonen ebenfalls die frisch entdeckte Klarheit. Dagegen wird die Flanke von deutlich breiteren Radhäusern beherrscht, die den satten Stand des 911 schon auf dem Parkplatz betonen. Neu sind auch die Türgriffe, die elektrisch ausfahren.

Porsche 911 (992): Zeitlose Maschine
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Im Innenraum setzt Porsche auf einen deutlich größeren Infotainment-Bildschirm als bisher. Das Display misst 10,9 Zoll und ist per Tipp- und Wischbewegungen zu bedienen. Moderner fällt auch der Instrumententräger aus, lediglich der mittige Drehzahlmesser ist noch analog. Die vier anderen freien Plätze für die Darstellung von Informationen sind digital und frei konfigurierbar.

Neben den Neuheiten beim Infotainment hat der 992 auch bei den Assistenzsystemen aufgerüstet. Unter anderem sind nun ein „Wet Mode“ für nasse Straßen. Sensoren in den Radhäusern erkennen bei Regen die Intensität der Nässe. Droht ein kritischer Bereich (Aquaplaning) wird der Fahrer gewarnt. Der kann dann eine Taste drücken, die ESP, ABS und andere sensible Assistenten auf die Regenglätte einstellt. Neu im 911 ist auch ein Nachtsichtassistent, der mit Hilfe einer Wärmebildkamera bis zu 300 Meter entfernte Menschen oder auch Tiere sichtbar macht.

Vom Start weg mit mehr Power

Im Heck des 992 sitzt ein gegenüber dem 991 leicht weiterentwickelter Sechszylinder-Boxer mit 3,0 Liter Hubraum und Turboaufladung. Der Carrera S, den Porsche vor dem normalen Carrera auf den Markt bringen wird, leistet nun 331 kW/450 PS – ein Zuwachs von 22 kW/30 PS. Dennoch soll der flache Zweisitzer 0,1 Liter weniger auf 100 Kilometer verbrauchen als sein Vorgänger: 8,9 Liter, gemessen mit der neuen WLTP-Norm.

Übertragen wird die Kraft über ein neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das nur noch über die Wippen am Lenkrad geschaltet werden kann. Mit Allradantrieb im Carrera 4S geht es so in 3,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Das optionale Sport-Chrono-Paket feilt davon noch einmal zwei Zehntelsekunden weg.

Auch die ersten Preise hat Porsche im Zuge der Präsentation bereits bekanntgegeben. Die Baureihe 992 startet mit dem Carrera S bei rund 120.000 Euro, die Allrad-Version 4S kostet mindestens 128.000 Euro. Damit wird die achte Generation rund 8.000 Euro teurer als der Vorgänger sein.

Bei allen Diskussionen rund um die Autoindustrie stellt sich zwangsläufig noch die Frage, ob ein solcher Sportwagen – Ikone hin oder her – überhaupt noch zeitgemäß ist. „Ja“, sagt Porsche-Chef Oliver Blume und nennt den 911 „das Herz der Marke Porsche“. In der Tat ist der Einbau eines Hybridantriebs (Benziner plus E-Motor) bereits eingeplant. Wann es soweit sein wird, steht noch nicht fest.

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