Porsche ist aber längst nicht der einzige Hersteller, der auf Allradlenkung setzt. Bereits 1987 warteten die Mittelklasselimousine Mazda 626 und das Coupé Honda Prelude mit einer ähnlichen Technik auf, kurz darauf bot sie das Sportcoupé Mazda MX-6 als Option. Das System funktionierte zuverlässig, war aber teuer und wurde kaum nachgefragt. Wohl auch, weil es sich bei den japanischen Modellen nicht unbedingt um besonders sportliche Autos handelt.
Zudem kam bald Konkurrenz aus einer unerwarteten Ecke. Denn ab Mitte der 90er Jahre war mit dem elektronischen Schleuderschutz ESP plötzlich eine Technik verfügbar, die bei deutlich geringeren Kosten ähnliche Sicherheitsvorteile bot wie die Allradlenkung. Diese verschwand für die nächsten Jahre in der Schublade.
Einen neuen Anlauf gab es Mitte der 2000er Jahre. Renault etwa bietet die Technik seit 2005 im Laguna Coupé an, Nissan-Tochter Infiniti führte sie kurz darauf bei seinem Mittelklasse Coupé G37 ein. Auch bei BMW ist die Technik als Option für die aktuellen Modelle der 5er- und 7er-Reihe zu haben. Bis zu 1.950 Euro werden für die sogenannte Integral-Aktivlenkung fällig.
Aktuell tritt die Allradlenkung aber wieder in Konkurrenz zu einer Technik mit ähnlichen Vorteilen: dem sogenannten Torque Vectoring. Um das Auto in Kurven beweglicher zu machen, wird dabei nicht die Radstellung geändert, sondern lediglich das Drehmoment variabel zwischen den Rädern einer Achse verteilt. Bei Kurvenfahrten etwa wird das äußere Rad mit mehr Kraft versorgt, wodurch ein Lenkeffekt eintritt. Ähnlich wie beim ESP, nur umgekehrt, da das langsamere Rad nicht gebremst wird, sondern das schnellere mehr Kraft erhält. So dreht sich das Fahrzeug williger in die Kurve. Die Technik ist unter anderem bei Audi, Alfa Romeo und BMW zu haben.
Ob sich die Allradlenkung diesmal in der Breite durchsetzt, ist angesichts der Alternativen also zumindest ungewiss. Für besonders schnelle Fahrzeuge ist die Technik aber eine Option. Wer nicht bis zum September warten will, um sie im Porsche Turbo zu testen, kann bereits heute den Porsche GT3 fahren. Das rennstreckenoptimierte Nischenmodell verfügt bereits über die gleiche Technik.
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