RDKS: Die Probleme sind geblieben

Autor / Redakteur: Bernd Reich / Steffen Dominsky

Vor zwei Jahren elektrisierten die RDKS die Branche. Schulungen waren ausgebucht, Messgeräte ein Verkaufsschlager und die Hotlines der Sensorhersteller und Werkstattausrüster rotierten. Heute ist die Lage ruhig, aber nicht gut.

Mit Reifendruckkontrollsystemen haben die Kfz-Betriebe seit 2014 zunehmend mehr zu tun. Allerdings ist das Wissen um diese Systeme noch nicht optimal.
Mit Reifendruckkontrollsystemen haben die Kfz-Betriebe seit 2014 zunehmend mehr zu tun. Allerdings ist das Wissen um diese Systeme noch nicht optimal.
( Bernd Reich)

Wer prüft schon regelmäßig den Fülldruck der Reifen seines Autos? Die ehrliche Antwort darauf ist einfach: Fast kein Autofahrer macht das gerne. Die Prozedur ist umständlich und sorgt für schmutzige Hände. Kaum einer denkt dabei an die Kraftstoffersparnis bei optimal eingestelltem Reifenfülldruck. Und noch weniger Fahrer bedenken das Sicherheitsrisiko, das ein zu geringer Fülldruck der Reifen mit sich bringt.

Über Jahrzehnte waren die Autofahrer selbst dafür zuständig, die Reifen mit dem richtigen Druck zu füllen. Doch dann kamen Reifen mit Notlaufeigenschaften auf den Markt, die Runflat-Tyres, kurz RFT. Dieser Konstruktion liegt die Idee zu Grunde, dass die Reifen auch nach völligem Druckverlust noch sicher zu fahren sind. Allerdings ist die Fahrstrecke begrenzt, irgendwann löst sich der Reifen auf. Tückisch daran ist: Die RFT-Reifen machen ihre Sache so gut, dass ein Autofahrer gar nicht merkt, wenn er einen Platten hat. Darin liegt ein erhebliches Risiko. Das findet auch der europäische Gesetzgeber. Und so wurde bereits 2009 die EU-Verordnung 661/2009 erlassen. Demnach müssen alle Fahrzeuge der Klasse M1 (Personenwagen) mit Typzulassung ab 1.11.2012 und alle Neuwagen ab Erstzulassung 1.11.2014 ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) an Bord haben.