Reifengroßhandel: Nicht profitabel genug?

Einer der Großen des Internet-Reifenhandels, Delticom, steht wegen seiner Ertragsschwäche vor einer unsicheren Zukunft. Nicht lagernde Reifenplattformen tun sich leichter und bauen ihr Angebot immer weiter aus.

| Autor: Jan Rosenow

Die Besinnung auf das Kerngeschäft Reifen soll den Onlinehändler Delticom wieder profitabel machen.
Die Besinnung auf das Kerngeschäft Reifen soll den Onlinehändler Delticom wieder profitabel machen. (Bild: Wiebke Langefeld)

Sein Geschäftsmodell auf das Internet zu stützen, bedeutet nicht automatisch, auch profitabel zu sein. Besonders deutlich wird das am Beispiel des Reifenhändlers Delticom. Mit Endkundenshops wie Reifendirekt.de und Tirendo.de, der B2B-Plattform Autoreifenonline.de und zahlreichen anderen E-Commerce-Aktivitäten ist das Unternehmen einer der großen deutschen Player im Internethandel – aber offensichtlich war das Geschäft nicht profitabel genug für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Im November 2019 kündigte Delticom einen umfassenden Umstrukturierungsprozess an, der nach einer anderthalbjährigen Verlustphase zurück in die Profitabilität führen soll. Die Finanzierung ist nach einer Einigung mit den Banken bis Ende 2021 gesichert. Ziel ist es, Delticom wieder auf das Kerngeschäft Reifen und den Heimatmarkt Europa zu fokussieren. So wird zum Beispiel das nicht profitable Geschäft mit Autoersatzteilen und Schmierstoffen zum Ende des ersten Quartals 2020 eingestellt. Zudem legt Mitgründer und Aufsichtsratschef Rainer Binder zum 29. Februar seine Ämter nieder, und auch ein Verkauf des Unternehmens steht im Raum.

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