Reifenmarkt: Nur Ganzjahresreifen können zulegen

BRV: Ersatzmarkt schrumpft um weitere 1,6 Prozent

| Autor: Jan Rosenow

Ladenhüter? Sommerreifen machen nur noch ein Drittel des Reifenersatzmarkts aus.
Ladenhüter? Sommerreifen machen nur noch ein Drittel des Reifenersatzmarkts aus. (Bild: »kfz-betrieb«/Rosenow)

Nach einigen Jahren des leichten Wachstums ist das Reifenersatzgeschäft in Deutschland 2018 erstmals wieder geschrumpft. Das zeigen die Zahlen, die der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk am 15. März veröffentlicht hat. In der Produktgruppe Pkw- und Offroad-Reifen (4x4) wurden knapp 46,7 Millionen Reifen verkauft, das entspricht einem Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gewinner in dieser Produktgruppe waren einzig die Ganzjahresreifen, von denen mit fast acht Millionen Stück etwa 10,6 Prozent mehr verkauft wurden als im Vorjahr. Der Absatz an Pkw- und 4x4-Winterreifen sank um 3,9 Prozent, Sommerreifen weisen ein Minus von 3,5 Prozent aus. Der Anteil der Ganzjahresreifen in dieser Produktgruppe ist auf jetzt gut 17 Prozent gestiegen. Winterreifen hatten im vergangenen Jahr am Stückabsatz Pkw/Offroad einen Anteil von knapp 49 Prozent, Sommerreifen nur noch gut 34 Prozent.

In der Produktgruppe leichte Nutzfahrzeuge (Llkw-Reifen) sank der Stückabsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf gut 3,7 Millionen. Der Absatz von Ganzjahresreifen stieg hier besonders stark an, nämlich um knapp 13 Prozent. Die Alleskönner halten schon fast ein Drittel am gesamten Segment.

Der Absatz von Motorrad- und Scooterreifen, mit knapp 1,7 Millionen Stück gemessen am Gesamtmarkt im Reifenersatzgeschäft eine eher kleine Produktgruppe, war im Vergleich zum Vorjahr vorwiegend witterungsbedingt um 2,5 Prozent rückläufig.

2019 soll der Markt wieder wachsen

Für das laufende Jahr rechnet der BRV mit stabilen bis leicht steigenden Absatzzahlen in allen Hauptsegmenten des Reifenersatzgeschäfts. Mit 1,1 Prozent fallen die erhofften Absatzsteigerungen in der Produktgruppe Pkw/Offroad noch am größten aus. Insgesamt spricht der Verband von einer Stabilisierung der Absatzzahlen, was in einem Markt, der seit Jahren von Sättigung geprägt ist, als durchaus positive Prognose zu werten ist.

Bei den Marktanteilen der Vertriebskanäle konnte der Reifenfachhandel seine Marktführerschaft mit 44 Prozent weiter ausbauen. Markengebundene und freie Kfz-Betriebe kommen zusammen auf 41 Prozent, während der Direktabsatz an den Endverbraucher (praktisch gleichbedeutend mit dem Onlinegeschäft) leicht auf zehn Prozent zugelegt hat.

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