Reifenriese Fintyre schickt Reifen Krieg in die Insolvenz

Internetshops bereits seit Tagen offline

| Autor: Jan Rosenow

Die Fintyre Group wollte der größte unabhängige Reifenvermarkter in Europa werden – und ist an diesem Anspruch wohl gescheitert.
Die Fintyre Group wollte der größte unabhängige Reifenvermarkter in Europa werden – und ist an diesem Anspruch wohl gescheitert. (Bild: Fintyre)

In beispiellosem Tempo hat das Investmentunternehmen Bain Capital in den letzten Jahren mit der Fintyre Group einen europäischen Großhandelskonzern auf dem Reifenmarkt zusammengezimmert. Noch viel schneller scheint nun das Ende zu kommen. Nachdem das Unternehmen bereits die Januar-Gehälter für seine rund 1.000 Mitarbeiter in Deutschland nicht mehr zahlen konnte, wie zuerst das Fachmagazin „Gummibereifung“ berichtete, klingelte am Freitag, den 7. Februar, beim ersten der deutschen Standorte, Reifen Krieg in Neuhof, der Insolvenzverwalter.

Zur Fintyre Group (bis September 2019: European Fintyre Distribution Limited, EfTD) gehören in Deutschland neben Reifen Krieg die Reifengroßhändler Tyre 1 (früher: Reiff-Gruppe, Reutlingen) sowie die regionalen Anbieter RS Exklusiv und Tyre Xpert. Die Internetshops der Unternehmen sind bereits seit mehreren Tagen offline.

Brief des Geschäftsführers

In einem Brief an die Mitarbeiter, der der „Gummibereifung“ vorliegt, schreibt Geschäftsführer Cludio Passerini: „Aufgrund von kurzfristig notwendigen Restrukturierungen des Unternehmens (Fintyre-Gruppe) kommt es bedauerlicherweise zu einem aktuell unvermeidbaren Verzug bei der Auszahlung Ihrer Löhne und Gehälter. Das Management arbeitet zusammen mit dem Eigentümer mit Hochdruck an einer kurzfristigen Lösung.“

Zumindest bei Reifen Krieg ist das offensichtlich gescheitert. Wie es bei den anderen Fintyre-Töchtern weitergeht, ist noch offen. Mitarbeitern von Tyre 1 wurde ein Maulkorb verordnet, die Presseagentur von Fintyre darf ebenfalls keine Auskünfte geben.

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