Reisemobil-Markt wächst immer schneller

Diesjähriger Caravan-Salon erwartet neuen Besucherrekord

| Autor: sp-x

Das Interesse an der Reiseform Caravaning wächst weiter.
Das Interesse an der Reiseform Caravaning wächst weiter. (Bild: Messe Düsseldorf)

Die derzeitige Entwicklung übertrifft sogar noch die optimistischsten Prognosen der Fachleute. Das vergangene Jahr war für den Reisemobil-Sektor in Deutschland bereits das fünfte Rekordjahr in Folge. Doch nach den ersten fünf Monaten dieses Jahres liegen die Zulassungen (19.700 Einheiten) bereits wieder satte 23,4 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Nach 28.350 Neuanmeldungen 2015 dürfte die bevorstehende Bilanz zum Jahresende weit über 30.000 liegen. Auch bei den Caravans hält nach vielen Jahren der Stagnation der Aufwärtstrend mit einem starken Plus von 8,2 Prozent an.

Kein Wunder, dass der 55. Caravan-Salon in Düsseldorf, der vom 27. August bis zum 4. September stattfinden wird, „die größte Veranstaltung in seiner Geschichte“ werden wird, wie Stefan Koschke, der für den Branchengipfel verantwortliche Direktor der Messe Düsseldorf, verkündet. 590 Aussteller, über 130 nationale und internationale Marken, 210.000 Quadratmeter Ausstellungfläche plus Freigelände, über 2.100 ausgestellte Fahrzeuge und wohl auch ein neuer Besucherrekord, nachdem ja gerade im Vorjahr zum ersten Mal die 200.000er-Marke geknackt wurde. Die weltgrößte Messe für mobile Freizeit verzeichnet in allen Belangen neue Bestwerte.

Erstmals wird auch die Halle 4 für die Ausstellung zur Verfügung stehen, in der sich ausschließlich die Knaus-Tabbert-Gruppe mit ihren Caravans und Wohnwagen präsentieren wird. Allein acht weitere Hallen werden das gesamte Spektrum vom aus-gebauten Kleincamper bis zum rollenden Luxusheim für über einen Million Euro abbilden.

Für den Boom der vergangenen Jahre sind in erster Linie die teilintegrierten Modelle und vor allem die ausgebauten Kastenwagen verantwortlich. Über 70 Prozent der Neuzulassungen gehen allein auf ihr Konto. Dabei hat sich der Trend zu den kompakten Kastenwagen vorwiegend auf Fiat-Ducato-Basis eher noch beschleunigt. Über kurz oder lang werden die, schon zu Preisen unter 40.000 Euro erhältlichen, Ausbauten die teilintegrierten Modelle als beliebteste Reisemobil-Gattung ablösen.

Gewichtsersparnis ist das A und O

Der Caravan-Salon wird für beide Segmente, aber auch für die Alkoven-Baureihen, die fast nur noch im Mietgeschäft gefragt sind, wieder eine Menge Neuheiten parat halten. Neben den Bemühungen, den unförmigen Wohnburgen mit einem schicken Außendesign ein bisschen Eigenständigkeit zu verleihen, stehen dabei vor allem Leichtbaulösungen im Mittelpunkt. So ersetzen Papierwabenkonstruktionen schwere Holzeinbauten. Neu eingeführte Klebeverbindungen machen Metallwinkel und -schrauben überflüssig. Bestes Beispiel für große Gewichtsersparnis ist der Travelino-Wohnwagen von Knaus.

Die Besucher der Düsseldorfer Messe können sich in den komplett ausgebuchten Hallen aber wie gewohnt auch über Zubehör, technisches Equipment, Ausbauteile, Vorzelte, Mobilheime, Campingplätze, Reisemobilstellplätze und Reisedestinationen, vor allem in die diesjährigen Benelux-Partnerschaftsländer, informieren. Eine Oldtimer-Show lädt zu einer Reise durch fünfeinhalb Jahrzehnte Caravan-Geschichte ein. Und in einer eigenen „Starter-Welt“ vermitteln neutrale und herstellerunabhängige Experten speziell für Einsteiger wichtiges Knowhow rund um die Caravaning-Praxis.

Brexit ist kein Gegner

Der Brexit wird die Caravanbranche übrigens nicht von ihrem Rekordkurs abbringen. Hans-Karl Sternberg, der Geschäftsführer des Caravaning Industrieverbandes Deutschland (CIVD), sieht keine gravierenden Auswirkungen auf das stark exportlastige Geschäft der deutschen Reisemobil- und Wohnwagenhersteller.

„Die Briten gelten zwar als eine große Camper-Nation, die vor allem mit dem Wohn-anhänger unterwegs ist“, erklärt Sternberg, „da dort aber bekanntlich Linksverkehr herrscht, müssen die Caravans und Reisemobile mit der Aufbautür auf der linken Seite praktisch spiegelverkehrt gebaut werden. Deshalb ist ihr Anteil am Export eher gering.“

Bei den Wohnwagen ist der britische Markt zwar der stärkste in Europa, das Inselvolk ist hierzulande jedoch nicht mal mit drei Prozent an der Exportquote beteiligt. Und bei den Reisemobilen (hier rangiert Großbritannien hinter Deutschland und Frankreich auf Platz drei) sind es 3,8 Prozent, so der CIVD-Chef.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44138626 / Nutzfahrzeuge)

Plus-Fachartikel

BDK: „Wir sehen uns als eine Alternative“

BDK: „Wir sehen uns als eine Alternative“

Die neue Plattform „Juhu Auto“ ist Teil der Digitalisierungsoffensive der BDK, die darauf abzielt, den Handel zu stärken. Dr. Hermann Frohnhaus, Sprecher der Geschäftsführung der BDK, spricht über den strategischen Ansatz von „Juhu Auto“. lesen

Facebook-Marketplace: Alternative am Anfang

Facebook-Marketplace: Alternative am Anfang

Autoinserate im Onlinenetzwerk: Seit rund einem Jahr können Händler auch auf Facebook strukturiert Fahrzeuge inserieren. Dafür arbeitet die Plattform mit einer Reihe von Partnern zusammen. Mit Kennzahlen hält sich Facebook allerdings zurück. lesen