Volkswagenkonzern Die E-Kleinwagen übertreffen die Erwartungen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Es gibt noch gute Nachrichten aus dem Volkswagenkonzern: Die elektrische Kleinwagenfamilie kommt bei den Kunden gut an. Für den ID. Polo gibt es bereits 30.000 Bestellungen – mit Folgen für die Lieferzeit.

Sieht aus wie ein VW, ist ein VW, aber elektrisch: Der VW ID. Polo erzeugt bei den Kunden eine hohe Nachfrage.(Bild:  VW)
Sieht aus wie ein VW, ist ein VW, aber elektrisch: Der VW ID. Polo erzeugt bei den Kunden eine hohe Nachfrage.
(Bild: VW)

Volkswagen hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 30.000 Bestellungen für den vollelektrischen Polo erhalten. Das übertreffe die ursprünglichen Erwartungen deutlich, insbesondere in Deutschland, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Seit Ende April ist der Kleinwagen bestellbar - in den Verkaufsräumen der Händler steht der ID. Polo allerdings erst seit wenigen Tagen. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der E-Polo kostet in der Basisversion knapp unter 25.000 Euro. Bestellbar war zunächst aber nur eine besser ausgestattete Variante mit größerer Batterie für deutlich mehr als 30.000 Euro. Die Basisversion des Autos mit kleinem Akku und weniger PS können Kunden seit Juli ordern. Hergestellt wird der ID. Polo im spanischen Werk Martorell bei Barcelona.

Dem Hersteller zufolge kommt es wegen der hohen Nachfrage und der zunächst langfristig geplanten Produktionskapazitäten aktuell zu längeren Lieferzeiten. Man arbeite daran, die Produktion schrittweise hochzufahren. Wie lange Kunden aktuell warten müssen, sagte die Unternehmenssprecherin nicht. Der konkrete Liefertermin hänge von der Ausstattung ab. Vorkonfigurierte Fahrzeuge könnten hingegen ab sofort bei VW-Händlern ohne Wartezeit gekauft werden.

Für den ID. Polo und seine Schwestermodelle VW ID. Cross, Skoda Epiq und Cupra Raval liegen demnach inzwischen mehr als 100.000 Vorbestellungen vor. Auch die anderen Modelle werden aus Kostengründen in Spanien gebaut. Mit den vier Kleinwagen will der Autokonzern das elektrische Einstiegssegment erschließen. 2027 soll dann ein noch günstigeres Modell mit dem Arbeitstitel ID. Every1 für etwa 20.000 Euro folgen, als Nachfolger des 2023 eingestellten Kleinstwagens VW Up. Gebaut wird er in Portugal.

Markenmonitor 2026

Vertriebsnetze – Die Stimmung bessert sich leicht

Der Markenmonitor 2026 zeigt eine leichte Besserung der Händlerzufriedenheit.
(Bildquelle: VCG)

Die Skoda-Partner sind am zufriedensten, in den Citroën- und Opel-Netzen brennt der Baum. Der Markenmonitor 2026 des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) bringt deutliche Stimmungsunterschiede in den Vertriebsnetzen zutage. Erstmals mit dabei sind die chinesischen Fabrikate BYD, Great Wall, MG und Xpeng. Was gut läuft im Handel und in welchen Bereichen noch Entwicklungspotenzial besteht, zeigt eine Analyse der Markenmonitor-Daten – durch Grafiken anschaulich aufbereitet. Die Ergebnisse zur Gemütslage des Handels in 32 Vertriebsnetzen finden Abonnenten im Online-Dossier Markenmonitor.

Schäfer: Treffen Erwartungen vieler Kunden

Die Nachfrage zeige, dass man mit der Fahrzeugfamilie die Erwartungen vieler Kundinnen und Kunden treffe, teilte VW-Markenchef Thomas Schäfer mit. Man habe gemeinsam vier eigenständige Fahrzeuge entwickelt, die den Charakter ihrer Marken bewahrten und zugleich die Stärken der Zusammenarbeit nutzten. Die Modelle der Fahrzeugfamilie teilen mehr als 80 Prozent der Komponenten und Technologien, unterscheiden sich demnach aber unter anderem beim Design, dem Fahrerlebnis und bestimmten Funktionen.

Der Autokonzern leidet aktuell unter sinkenden Verkaufszahlen. Im ersten Halbjahr gingen die Auslieferungen aller Marken weltweit um 6,3 Prozent auf gut 4,1 Millionen Fahrzeuge. Auch die Zahl der verkauften E-Autos ging zurück. In Europa konnte VW den Absatz reiner Stromer dagegen um 8,4 Prozent auf 377.000 Fahrzeuge steigern. Auch der Bestand an Bestellungen für E-Autos wuchs in Europa seit Jahresbeginn deutlich.

Bratzel: „Der Schuss muss sitzen“

Der ID. Polo ist Branchenexperte Stefan Bratzel zufolge ein wichtiges Modell für Volkswagen. „Der Schuss im Elektro-Kleinwagensegment muss jetzt sitzen“, teile der Direktor des Centers of Automotive Management in Bergisch Gladbach mit. Positiv sei, dass Qualität und Anmutung bei VW wieder stimmten. In der jüngeren Vergangenheit habe es dort Defizite gegeben.

Der ID. Polo komme zwar spät, möglicherweise aber noch rechtzeitig, weil der Markthochlauf der Elektro-Mobilität an Fahrt gewinne. Entscheidend werde sein, ob Kunden angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aus China das Preis-Leistungs-Verhältnis akzeptieren werden, erklärte Bratzel.

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