Reisemobile: Schöner Wohnen auf Rädern

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Während man etwa einen ähnlich dimensionierten Integrierten der Eura-Billigmarke Forster beispielsweise schon für rund 60.000 Euro erwerben kann, agiert Carthago in einer anderen Preisklasse. Der 4.2I als kleinstes Modell der Chic-c-line-Serie kostet bereits mindestens 87.000 Euro.

Am Alkoven scheiden sich die Geister

Annähernd zum gleichen Preis wird auch das Alkoven-Modell Bürstner Argos (ab 91.990 Euro) angeboten, das allerdings auf sechs Personen ausgelegt ist. Im Heck und Alkoven lädt jeweils ein Doppelquerbett zur Nachtruhe ein und die Mittelsitzgruppe lässt sich verhältnismäßig einfach zu einer dritten Zweierkoje umbauen.

Natürlich reden wir hier nicht über sieben, sondern fast neun Meter Außenlänge. Daran sieht man, dass diese Fahrzeuge nicht auf das unternehmungslustige Rentner-Ehepaar ausgerichtet sind, sondern auf Familien mit Kindern. Und da die sich solch große Anschaffungen eher selten leisten können, werden die „Nasenbären“, die es natürlich auch in kleineren Dimensionen gibt, fast ausschließlich im Vermietgeschäft eingesetzt.

Zudem überschreiten die Alkoven-Fahrzeuge wie auch die Integrierten häufig 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und fallen, unabhängig vom bereits erwähnten Führerschein-Problem, unter das Überholverbot und das Tempolimit für Lkw. Und wegen der großen Stirnfläche stieg beim Bürstner Argos mit 109 kW/148 PS starken Fiat-Diesel der Verbrauch auch schon auf 12 bis 14 Liter.

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Kein Wunder also, dass sich am Alkoven derzeit auch die Geister scheiden. Hymer hat kein einziges Fahrzeug mit Erker über dem Fahrerhaus mehr im Programm. Carthago ebenfalls nicht. Große Hersteller wie Dethleffs, Knaus, Bürstner und Eura stehen zwar weiterhin zu dieser Bauart, haben ihr Angebot aber auf ein bis zwei Modelle zurückgefahren. Der Argos mit lediglich einem einzigen Grundriss ist aktuell auch das einzige Modell im Portfolio der Traditionsmarke aus Kehl, das allerdings mit dem Lyseo demnächst Zuwachs erhalten soll.

Der jüngste Caravan-Salon hat dem Alkoven zwar eine kleine Renaissance beschert. Ob die neuen Konzepte mit längs eingebauten Einzelbetten im Erker langfristig Erfolg haben werden, muss sich allerdings erst noch zeigen. Immerhin ermöglichen sie die Rückkehr der einst so beliebten Hecksitzgruppe. Das könnte sie, einen leichten Zugang zu den hohen Schlafstätten vorausgesetzt, mit Gesamtlängen von 6,50 bis 7,00 Meter auch wieder für ältere Paare interessant machen. Doch, wie ein Anteil von über 50 Prozent bei den Privatkäufen im Aufbaubereich belegt, heißt dort derzeit die Frage nur: Teilintegriert oder Vollintegriert?

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