Nutzer dieser Reisemobil-Gattung campieren daher meist vor den Toren der Stadt und setzen sich auf mitgebrachte Fahrräder oder Roller. Eine Heckgarage gilt daher fast schon als Muss. Hier bietet der Hymer ML-T ein besonders großzügiges und zudem bestens beleuchtetes Abteil, das noch viele weitere sperrige Gegenstände aufnimmt.
Natürlich ist auch ein großer Waschraum mit Dusche und Toilette sowie einem großen Spiegel an Bord. Die L-Sitzgruppe ist leider etwas knapp geschnitten, die Küche dafür bestens ausgerüstet, der Kleiderschrank unter dem Fußende des Bettes nur etwas umständlich zugänglich. Ein Lob verdient das von der Garage aus steuerbare Entleeren des 100-Liter-Abwassertanks, ohne dass man sich schmutzige Finger holt.
Vom teil- zum vollintegrierten Reisemobil ist es eigentlich nur ein kleiner Schritt. Alle klassischen Grundrisse werden hier wie da angeboten. Da bei den I-Modellen aber komplett auf die Karosserie des Basisfahrzeugs verzichtet wird, lässt sich das Fahrerhaus harmonischer in den Wohnraum einbetten. Die Raumwirkung ist noch großzügiger. Eine riesige Frontscheibe sorgt für ein lichtes Ambiente, wenngleich der Freiraum über dem Motor irgendwie verschenkt wirkt.
Voll- oder Teilintegriert? Eine Frage des Geschmacks
Die Erfahrung mit dem 6,80 Meter langen Carthago Chic c-line 4.2 I zeigt, dass das Rangieren wegen des unübersichtlichen Aufbaus eher noch schwieriger wird und eine Rückfahrkamera dringend angeraten ist. Ansonsten ist die Entscheidung zwischen beiden Aufbaukonzepten aber eher eine Frage des Geschmacks. Für die einen wirkt der Integrierte zu klobig, für die anderen gerade stimmig.
Also kommt es wohl eher auf die inneren Werte an. Und da stellt sich beim Carthago – die Marke wird gerne als der Mercedes unter den Reisemobil-Herstellern bezeichnet – schon beim Betreten das erste Aha-Erlebnis ein: Edler Parkettboden, schickes Gehölz, beleuchtete Glasvitrinen, ordentliche Armaturen am Spülbecken und in der Nasszelle, eine gemütliche Sitzlandschaft: Schöner Wohnen auf vier Rädern. Die Materialauswahl und die saubere Verarbeitung macht’s eben.
Dazu gibt es unter dem hinten quer eingebauten Doppelbett eine gut isolierte Garage, in der sich auch vier Fahrräder plus zusätzlichem Sperrgut unterbringen lassen, und einen fast durchgängigen, 40 Zentimeter tiefen, beheizten Doppelboden, der auch mit einem umfangreichen Einkauf beim Weinhändler ihres Vertrauens nicht überfordert ist. 170 Liter Frischwasser- und 110 Liter Abwasser-Volumen sind mehr als genug.
Der 96 kW/130 PS starke 2,3-Liter-Diesel des Fiat Ducato reicht auch dann noch aus, wenn der C-Chic auf über vier Tonnen Gesamtgewicht aufgelastet wird. Da die Best-Ager, auch wenn sie schon über 60 Jahre alt sind, in der Regel ihren Pkw-Führerschein schon vor 1999 gemacht haben, ist die 3,5-Tonnen-Grenze zumindest für sie belanglos. Das Mehrgewicht geht freilich auf Kosten des Verbrauchs, der hier schon zwischen elf und zwölf Litern lag.
(ID:44324526)