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Reisemobile: Schöner Wohnen auf Rädern

| Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Es sind zu einem hohen Anteil die Ruheständler, die der Reisemobil-Branche einen regelrechten Boom bescheren. Vor allem, wenn es um die „echten“ Wohnmobile. Dort besteht die Qual der Wahl zwischen drei Ausbauarten.

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Reisemobile haben im Inneren immer mehr zu bieten.
Reisemobile haben im Inneren immer mehr zu bieten.
(Bild: Hymer)

Ein signifikanter Anteil des aktuellen Reisemobil-Booms geht auf das Konto der älteren Generation: Gut situierte, aktive Rentner, die ihrer Reiselust im dritten Lebensabschnitt ungezügelt frönen können. Sie haben ausreichend Zeit dazu. Und vor allem: Sie haben das nötige Kleingeld, sofern Lebensversicherungen oder sonstige Maßnahmen zur Altersvorsorge einen ansehnlichen Batzen in die Kassen spülen. Denn das ist nun mal nötig, um die nicht eben billigen Eigenheime auf vier Rädern zu erstehen.

Doch was soll es dann werden? Selbst wenn die Beengtheit eines Kastenwagens für die eher komfortorientierte Klientel sofort ausgeschlossen wird, bleibt die Qual der Wahl zwischen einem teil- und einem vollintegrierten Modell oder gar einem Alkoven-Fahrzeug. Vor- und Nachteile zeigen wir anhand eines Hymer ML-T, eines Carthago Chic c-line und eines Bürstner Argos auf.

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Teilintegrierte Reisemobile nutzen das Original-Fahrerhaus des Basis-Transporters und tragen dahinter den Wohnaufbau des Caravan-Herstellers, über den sie auch vertrieben werden. Erste Wahl für den Unterbau, hauptsächlich aus Kostengründen, ist der Fiat Ducato. Hymer baut seinen ML-T 580 allerdings auf dem Mercedes Sprinter auf. Das verteuert die Sache. Sind ordentlich ausgerüstete Teilintegrierte preisgünstigerer Marken schon ab 45.000 Euro zu haben, stehen hier mit dem stärkeren, 120 kW/163 PS leistenden 2,2-Liter-Diesel schon mindestens 67.500 Euro zu Buche.

Dabei überrascht der Sprinter mit einer eher lauteren Geräuschkulisse, als man es vom Ducato gewohnt ist, bietet dafür aber – zum Teil optional - Assistenzsysteme, die beim Anfahren am Berg helfen, vor dem Verlassen der Spur warnen, vor Auffahrunfällen schützen und das Fernlicht regeln; außerdem sind Licht- und Regensensoren an Bord. Maximal sind 145 km/h Spitze möglich; im Schnitt konsumierte der Hymer 10,8 Liter Dieselöl.

Klettern ist out

Doch wie steht’s mit dem Aufbau? Teilintegrierte Fahrzeuge bilden schließlich nach wie vor die beliebteste Reisemobil-Gattung. Nicht ohne Grund – und hier rücken wieder die Rentner in den Vordergrund. Weil diese Klientel nicht mehr über Leitern in ein Schlafgemach im Alkoven krabbeln will, haben sich hier fest installierte Betten im Heck durchgesetzt, die auch nicht erst durch Umbau einer Sitzgruppe puzzleartig zusammengesetzt werden müssen.

Der rund sieben Meter lange Hymer ML-T 580 hat mit längs eingebauten Einzelkojen der Deutschen liebsten Grundriss an Bord, der sich im Übrigen gar nicht wesentlich von der Aufteilung bei einem Kastenwagen unterscheidet. Allerdings erbringt der breitere Wohnaufbau die entscheidenden Zentimeter mehr Platz im Innenraum und reduziert die Gefahr, sich blaue Flecken oder Beulen an vorstehenden Stauschränken oder Ähnlichem zu holen. Wegen des langen Radstands wächst allerdings der Wendekreis, was in engen Innenstädten schnell unhandlich werden kann. Von der schwierigen Parkplatzsuche ganz zu schweigen.

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