„Schwaches Umfeld“ Renault kappt seine Ziele

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Nach einem schwachen Juni hat der französische Autobauer eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Zahlreiche Anleger stiegen aus.

(Bild:  Renault)
(Bild: Renault)

Der Autobauer Renault stutzt wegen trüber Aussichten seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Schon in den ersten sechs Monaten konnten die Franzosen bei der Profitabilität das bisherige Zielniveau nicht erreichen. Die Abwärtstrends in der Branche, der steigende Konkurrenzkampf und eine schwache Nachfrage ließen die Prognose nun in noch weitere Ferne rücken – Finanzvorstand Duncan Minto kappte sie daher bei Marge und Finanzmittelzufluss. Der Manager übernimmt nach dem Abschied von Luca de Meo zudem übergangsweise dessen Posten des Vorstandschefs. Die Aktie fiel am Mittwoch deutlich.

Das Renault-Papier verlor am Mittwochvormittag 16 Prozent. Damit weitete der Anteilsschein seine schwache Entwicklung im laufenden Jahr noch deutlicher aus und notiert hier nun rund 27 Prozent im Minus. Im europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts hat sich von den Herstellern bisher nur der Erzrivale Stellantis schlechter geschlagen als Renault. Die VW-Tochter Porsche AG liegt in etwa gleich auf mit Renault. Auch die Aktien anderer Autobauer zeigten sich nach den schlechten Branchennachrichten schwächer.

Die mit dem Abgang von de Meo in Richtung des Luxusgüterkonzerns Kering eingeleitete Suche nach einem etatmäßigen neuen Konzernchef sei gut vorangeschritten, hatte Renault am Dienstagabend nach Börsenschluss in Boulogne-Billancourt mitgeteilt.

Markenmonitor 2025

»kfz-betrieb«-Dossier

Vertriebsnetze – Gute Stimmung, schlechte Stimmung

Der Markenmonitor 2025 beleuchtet, wie zufrieden der Handel mit 28 Marken ist.
(Bildquelle: VCG)

Seat und Cupra sind top, Citroën ist das Schlusslicht im diesjährigen Markenmonitor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Nur warum ist das so? Gibt es Entwicklungspotenzial und wie schätzt die Branche die Fabrikate ein? Um Antworten zu geben, hat »kfz-betrieb« die Markenmonitor-Daten durchgesehen, komprimiert und durch Grafiken anschaulich aufbereitet. Dadurch ist ein Kompendium entstanden, das die Gemütslage des Handels in 28 Vertriebsnetzen durchleuchtet und auf den Punkt bringt. Die Ergebnisse finden Abonnenten im Online-Dossier Markenmonitor 2025.

Auf diesen wartet nun umso mehr Arbeit: Renault erwartet 2025 nämlich nur noch eine operative Marge von 6,5 Prozent. Bisher hatte der Konzern mindestens 7 Prozent angepeilt. Der freie Barmittelzufluss soll statt mindestens 2 Milliarden Euro nur noch bei 1 bis 1,5 Milliarden liegen.

Im ersten Halbjahr war der Umsatz vorläufigen Berechnungen zufolge um 2,5 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro gestiegen. Die operative Marge lag bei 6 Prozent und damit unter Analystenschätzungen. Negativ beeinflusst worden seien die Ergebnisse unter anderem von einem etwas geringeren Volumen im Juni als erwartet, hieß es weiter. Die Vorratsbestände seien im Konzern zudem aktuell wegen geringerer Produktion erhöht. Und die Transportersparte habe sich in einem scharfen Abschwung des europäischen Marktes schwach entwickelt.

Der Juni dürfte für Renault im Verkauf überraschend schwach ausgefallen sein, schrieb Analyst Roman Gourvil von der Berenberg Bank. Die umfangreiche Gewinnwarnung helfe der Aktie einen Monat nach dem angekündigten Abgang des bisherigen Chefs auf jeden Fall nicht. Die neue Margenprognose sei aber realistisch.

Angesichts der Schwierigkeiten will das Unternehmen seine bestehenden Sparbemühungen verschärfen, hieß es. Diese richteten sich auf Verwaltungs- und Vertriebskosten, auf die Produktion sowie auf Forschung und Entwicklung. Details will das Management bei Vorlage der detaillierten Halbjahreszahlen am 31. Juli nennen.

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