Restwerte: Kaum Unterschiede bei Benzin und Diesel

Autor: Silvia Lulei

Die heikle Frage, ob Diesel- oder Benzinfahrzeuge höhere Restwerte bringen, bleibt unentschieden. Nach einer Analyse der fünf größten europäischen Märkte haben sich die Preise angenähert.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Am Ende geht es immer darum, was man für sein Auto nach drei Jahren noch bekommt. Diese Frage treibt Privat- und Businesskunden um – und ganz besonders die Hersteller, Leasing- und Flottengesellschaften. Vier Jahre nach Beginn der Dieselkrise hat die Schwacke-Muttergesellschaft Autovista Group die Restwerte für Diesel-, Benzin- und Elektrofahrzeuge in elf Segmenten in den fünf größten europäischen Märkten untersucht.

„Unsere Kunden wollen von der dritten Elektrifizierungswelle profitieren und sind besorgt über schwer abschätzbare Diesel-Remarketing-Risiken“, erklärt Christof Engelskirchen, Managing Director Consulting & TCO Solutions der Autovista Group. Mit dem Bericht wolle Autovista Chancen und Risiken für die Wiedervermarktung von Diesel-, Benzin- und Elektrofahrzeugen bis 2025 objektiv bewerten. Auf dieser Basis könnten Remarketing- und Produktmanager, Leasinggesellschaften und Flottenbetreiber strategische Entscheidungen treffen, so Dr. Engelskirchen.

Die Restwerte für Diesel- und Benzinfahrzeuge gleichen sich an. Die Grafik zeigt die Werte aus fünf Ländern (D, E, F, I, UK) für vier Fahrzeugsegmente (Fließheck, Stufenheck, Kombi, SUV) als Diesel-, Benzin- (Petrol) und Batterie-Elektrofahrzeug (BEV). Die Restwerte in Prozent vom Neupreis beziehen sich auf ein Fahrzeugalter von drei Jahren und einer Laufleistung von 60.000 Kilometern. Zum Vergrößern bitte anklicken.
Die Restwerte für Diesel- und Benzinfahrzeuge gleichen sich an. Die Grafik zeigt die Werte aus fünf Ländern (D, E, F, I, UK) für vier Fahrzeugsegmente (Fließheck, Stufenheck, Kombi, SUV) als Diesel-, Benzin- (Petrol) und Batterie-Elektrofahrzeug (BEV). Die Restwerte in Prozent vom Neupreis beziehen sich auf ein Fahrzeugalter von drei Jahren und einer Laufleistung von 60.000 Kilometern. Zum Vergrößern bitte anklicken.
(Bild: Autovista Group)

„Die Beliebtheit von Dieselfahrzeugen ist in Europa deutlich zurückgegangen, vor allem seit Beginn des Dieselkrise Ende 2015, was zu einem Rückgang der Dieselneuzulassungen in den meisten europäischen Märkten führte“, ergänzt Jennifer Bilatscheck, Senior Market Analyst & Consultant und eine Autorin des Berichts. „Benziner, nicht Elektrofahrzeuge, waren bisher die großen Gewinner und haben dem Diesel einen erheblichen Marktanteil abgenommen. Infolgedessen gibt es in den meisten Märkten einen klaren Restwerttrend: Die Lücke zwischen Diesel und Benzin hat sich verkleinert beziehungsweise sich für benzingetriebene Modelle positiv entwickelt.“

Elektromobilität erfordert belastbare Restwertprognosen

Viele Kunden von Autovista und Schwacke haben in ihren Fuhrparks einen Anteil an Dieselfahrzeugen von 80 Prozent oder mehr. „In einem angenommenen Portfolio von 20.000 Fahrzeugen führt jede unerwartete Restwertveränderung um einen Prozentpunkt im Ergebnis zu Wertveränderungen in Millionenhöhe“, erläutert Engelskirchen.

Aktuell stiegen die Umsätze mit Elektrofahrzeugen, von denen der überwiegende Teil im Rahmen von Leasingverträgen angeboten wird. „Dieses Risiko muss aktiv gesteuert werden, und Leasinggesellschaften und Handelsnetze benötigen belastbare Restwertprognosen, um von dieser Entwicklung zu profitieren, ohne unkalkulierbare Risiken einzugehen“, so Engelskirchen.

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Über den Autor

 Silvia Lulei

Silvia Lulei

Chefredakteurin »Gebrauchtwagen Praxis«, Vogel Communications Group