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Retromotion: Ersatzteile für Oldtimer

| Autor: Steffen Dominsky

Mit einem umfassenden Ansatz möchte ein Stuttgarter Start-up den Bezug von Ersatzteilen für klassische Fahrzeuge, allen voran für Kfz-Betriebe, revolutionieren. Eine zeitraubende Teilesuche oder eigene Teilescouts könnten damit der Vergangenheit angehören.

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Seit knapp einem Jahr ist das Oldtimer-Teileportal Retromotion am Start.
Seit knapp einem Jahr ist das Oldtimer-Teileportal Retromotion am Start.
(Bild: Retromotion)

„Woher nehmen und nicht stehlen?“ lautet ein bekanntes deutsches Sprichwort. Dieses gilt für zahlreiche Lebenslagen und durchaus auch für den Bezug von Fahrzeugersatzteilen. Allen voran dann, wenn die Produktion eines Modells schon viele Jahre bzw. Jahrzehnte zurückliegt. Die bekannte Selbstverpflichtung diverser Autobauer, bis zu zehn oder sogar 15 Jahre nach Auslaufen der Produktion eine Ersatzteilversorgung zu garantieren, läuft bei Oldtimern oft ins Leere. Das weiß jeder, der nicht gerade einen VW, BMW, Mercedes oder Porsche sein Eigen nennt bzw. Kunden mit einem solchen betreut. Während diese Hersteller – neuerdings auch Jaguar/Land-Rover – sich bemühen, so etwas wie eine Grundversorgung sicherzustellen, sieht es beim Rest meist mau aus.

Hier bzw. natürlich auch bei besagten Premiummarken hilft oftmals nur das Abklappern diverser Spezialisten – sei es in der Realität oder in der digitalen Welt. Genau hier setzt das Unternehmen Retromotion, ein mittlerweile achtköpfiges Start-up aus Stuttgart, an. Es versteht sich als Oldtimer-Teileportal mit breiter gefächertem Ansatz, das sich vor allem an gewerbliche Unternehmen richtet. Ziel ist es, Oldtimerbetrieben die oft zeit- und nervenraubende Suche nach Ersatzteilen zu erleichtern bzw. sie ihnen abzunehmen. Kern dabei ist ein dreistufiges Geschäftsmodell:

  • 1. Der Onlineshop: Hier können Interessierte mehr als 40.000 gängige Ersatzteile direkt bestellen. Die Anbieter werden von Retromotion authentifiziert, sprich auf Seriosität und Lieferfähigkeit geprüft. Ziel der Portalbetreiber ist, ausschließlich hochwertige Teile anzubieten. Sollte der Suchende im Shop nicht fündig werden, zündet Stufe 2 des Geschäftsmodells.
  • 2. Der Teilescout: Wer möchte, kann hier einen Suchauftrag platzieren. Die Retromotion-Macher bemühen sodann einen bzw. mehrere ihrer rund 1.200 Kontakte zur Branche und versuchen so, das gesuchte Ersatzteil zu beschaffen. Diese Kontakte sind beispielsweise kleine Firmen vom Schrotthändler bis zum halbgewerblichen Markenspezialisten, die selbst über keinen Onlineauftritt bzw. eine digitalisierte Aufstellung ihres Warenbestands verfügen – also keine Profis im E-Commerce sind. Aktuell ist dieses Angebot für Teilesuchende (noch) kostenlos. Sollte auch dieser Weg nicht zum gewünschten Teil führen, bringt den Suchenden möglicherweise Stufe 3 des Retromotion-Angebots ans Ziel.
  • 3. Die Nachfertigung: Hier bieten die Retromotion-Initiatoren unterschiedliche Lösungsansätze. Einer lautet 3D-Druck und kann sich bereits ab einer Losgröße von 1 rentieren. Das Start-up organisiert mithilfe seiner diversen Kontakte eine individuelle Nachfertigung. Ist das gesuchte Ersatzteil nicht oder nicht in der gewünschten Qualität oder Ausführung zu drucken, kümmert sich der Teilespezialist um eine gewöhnliche Nachfertigung. Dazu setzt er auf das „Partfounding“, d. h. er sucht gezielt nach Leuten, die dasselbe Teil suchen, und bringt so die nötige Stückzahl für eine Nachproduktion zusammen.

Weitere Information zu Retromotion finden Sie auf der Webseite.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group