Roll erweitert Spedition um Mehrmarken-Service

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Mehr als 100 Jahre Speditionspraxis haben Roll aus Crailsheim gelehrt, worauf es im Truckservice ankommt. Der Mehrmarkenbetrieb erreicht damit Platz zwei des Service Awards für Nfz-Betriebe.

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Nein zur Spedition, ja zum Service: Das Team vom Truck-Center Roll verknüpft die Vorteile eines „kleinen“ freien Betriebs mit denen einer Werksniederlassung.
Nein zur Spedition, ja zum Service: Das Team vom Truck-Center Roll verknüpft die Vorteile eines „kleinen“ freien Betriebs mit denen einer Werksniederlassung.
(Foto: Dominsky)

Früher hatte sie fast jede Spedition: die eigene Werkstatt. Doch immer mehr Unternehmen machten sie im Laufe der Zeit dicht. Genau das Gegenteil tat Roll: Der Crailsheimer Spediteur erkannte das Servicepotenzial und machte aus einer privaten Veranstaltung kurzerhand eine öffentliche, sprich: aus seiner Speditionswerkstatt einen für jedermann und jeden Lkw zugänglichen Servicebetrieb. „Mit verhaltenen Prognosen starteten wir 1994 in den Markt“, erinnert sich Rolls Schwiegersohn Horst Wagner, Geschäftsführer bei Roll Truck Service. Eine Fehleinschätzung, wie sich bald herausstellte.

Bei Roll rollte es – und zwar richtig. Bereits nach kurzer Zeit war das seit 1876 existierende Familienunternehmen erstens eine feste Größe im Servicemarkt der schweren Klasse und zweitens derart erfolgreich unterwegs, dass auch Lkw-Hersteller auf die Freie Werkstatt aufmerksam wurden. Die Konsequenz: Serviceverträge lockten nicht nur, sie kamen auch. Was einst mit Volvo begann, umfasst mittlerweile die Marken DAF, Iveco und Renault – weiterer Zuwachs nicht ausgeschlossen. Hinzu kommen Allianzen mit diversen Aufbauherstellern und Systemlieferanten sowie dem ADAC, großen Spediteuren und sogar Reifenherstellern.

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Das stetig wachsende Unternehmen bietet beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Partnerschaft. Das liegt zum einen an der Nähe zum Autobahnkreuz A6/A7. Gerade auf der stark frequentierten A6 schätzen gestrandete Trucker, Lkw-Hersteller und auch Behörden schnellen Service und gegebenenfalls Bergung. Dass Roll auch letztere jederzeit bieten kann, versteht sich nicht von selbst, ist aber so. Auch in Sachen „Heben“ erkannte man den wachsenden Bedarf, investierte und etablierte sich mit dem Unternehmen „Roll Kran & Bühne“ im Bereich mobile Kräne, Arbeitsbühnen etc. Von den technischen und logistischen Möglichkeiten profitieren auch Nutzfahrzeugkunden – bis hin zum 220-Tonnen-Autokran.

Zehn auf einen Streich

Von 6:00 bis 22:30 Uhr heißt das Roll-Team täglich seine Kunden willkommen (Freitags: 7:00 bis 16:00 Uhr). Hinzu kommt ein 24-h-Notfallservice. Damit werben heute viele Betriebe, gewährleisten ihn oft aber nur mithilfe Dritter. Einen echten Notfallservice aus eigener Hand bietet hingegen Roll seinen Kunden. „Da kann es schon mal vorkommen, dass 20 Mann nachts im Einsatz sind und helfen, zehn verunfallte Lkw zu bergen“, berichtet Ersatzteilspezialist Heiko Sengle, der „nebenbei“ auch als zertifizierter Bergungsleiter im Team fungiert. „Erreichbarkeit zu jeder Zeit und in jedem Umfang“, so das Motto der fleißigen Schwaben.

Um dem stetig wachsenden Platz- und Infrastrukturanspruch eines modernen Servicebetriebs gerecht zu werden, griff man kürzlich tief in die Firmenschatulle: 2013 weihten die Rolls ihren neuen Werkstattkomplex ein. Der macht bereits von außen viel her, von innen aber umso mehr. Ein Dutzend Arbeitsplätze stehen hier zur Verfügung. Sieben Durchgangsboxen mit drei 24-Meter-Gruben, eine 60-Tonnen-Viersäulen-Stempelbühne, zwei Fünf-Tonnen-Kräne, jede Menge Rangierbereich davor und dahinter sowie viel Licht und eine Fußbodenheizung sorgen für Standards, wie sie manch Werksniederlassung nicht zu bieten hat. Dazu ein abwasserfreies Werkstattkonzept, eine Waschanlage mit „Bioabscheider“ sowie eine Tankstelle inklusive Ad-Blue-Station – Serviceherz, was willst du mehr?

Im neuen Gebäude fühlen sich alle pudelwohl; neben den eigenen Mitarbeitern auch die der Überwachungsorganisation Dekra. Sie haben sich im Haus gleich mit einem entsprechenden Prüfstützpunkt eingerichtet – gut für Roll, gut für Kunden. „Wir verfolgen gezielt das ‚One-stop-shopping‘-Prinzip“, beschreibt Chef Horst Wagner die eigene Strategie – einmal anhalten, alles bekommen.

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