Scania entwickelt autonomes Fahren für Singapur

Autor Dr. Dominik Faust

In Singapur werden autonome Fahrsysteme gefördert. Jetzt entwickelt Scania im Auftrag der dortigen Hafenbehörde ein Platooning-System, mit dem einerseits Kraftstoff, andererseits aber auch Fahrer eingespart werden können.

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Für den Hafen von Singapur entwickelt Scania ein Platooning-System, mit dem drei Lkw autonom hintereinander fahren.
Für den Hafen von Singapur entwickelt Scania ein Platooning-System, mit dem drei Lkw autonom hintereinander fahren.
(Bild: Scania CV AB)

Scania entwickelt für den Hafen von Singapur ein Platooning-System für drei autonom hinter einem Führungsfahrzeug her fahrende Lkws. Sie sollen Container kostensparend zwischen den Terminals transportieren. Das Verkehrsministerium in Singapur und der Hafenbetreiber PSA hatten bereits im Oktober 2015 ein Memorandum of Understanding mit Scania und seinem Projektpartner Toyota unterzeichnet. Angaben über das Auftragsvolumen wurden nicht gemacht.

In der einjährigen ersten Phase werden beide Nutzfahrzeughersteller die Platooning-Technik in ihren Forschungszentren in Schweden und Japan an die Bedingungen vor Ort anpassen. In der zweiten Phase wird eine zehn Kilometer lange Teststrecke entlang des West Coast Highways am Hafen eingerichtet. Sie verbindet das Brani Terminal mit dem Pasir Panjang Terminal, zwischen denen die Container später transportiert werden sollen. Nach Informationen von PSA soll dann allerdings nur noch einer der beiden jetzigen Vertragspartner mit an Bord sein, entweder Scania oder Toyota.

Scania hat kürzlich die Führung bei dem mit 5,4 Millionen Euro geförderten europäischen Forschungsprojekt Companion übernommen, das Systeme für automatisierte Lkw-Kolonnenfahrten entwickelt. Durch eine bessere Vernetzung zwischen Lkws sollen ihre Abstände verringert und damit Luftwiderstand und Kraftstoffverbrauch gesenkt werden. Damit dies gelingt, hat sich Scania mit dem ITK-Spezialisten Ericsson zusammengeschlossen. Er bringt sein Know-how im Bereich 5G-Technologie sowie Software und Dienstleistungen in das Platooning-Projekt ein.

In Singapur sind knapp eine Million Fahrzeuge unterwegs. Mit der Lkw-Platooning-Initiative reagiert der Stadtstaat nicht nur auf den Mangel an Lkw-Fahrern, sondern versucht, dem steigenden Verkehrsbedarf und der Landverknappung Rechnung zu tragen. Singapur wird daher als „lebendes Labor“ für neue Fahrzeugkonzepte genutzt. So engagiert sich die Regierung bereits sehr stark für autonome Fahrzeugtechnik und erprobt autonom fahrende Pkw, Taxis, Nutzfahrzeuge sowie Busse.

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