Mehr Transparenz im Onlinehandel Schluss mit Fake

Von Harald Czycholl

Die sogenannte Omnibus-Richtlinie der Europäischen Union verschärft den Verbraucherschutz im Onlinehandel. Fake-Bewertungen und intransparente Lockvogelpreise sollen damit der Vergangenheit angehören. Das betrifft auch den Autohandel.

Dem nicht immer sorgfältigen Umgang mit Onlinebewertungen ist jetzt der Riegel vorgeschoben.
Dem nicht immer sorgfältigen Umgang mit Onlinebewertungen ist jetzt der Riegel vorgeschoben.
(Bild: © MH - adobe.stock.com)

Eine positive Bewertung bei den Autoportalen Mobile.de oder Autoscout 24 kostet 13,80 Euro. Google-Bewertungen gibt es sogar schon ab 8,79 Euro. Mit diesen Preisen bewirbt die Agentur Goldstar Marketing ihr fragwürdiges Angebot: Gefälschte Bewertungen von Scheinkunden, die es gar nicht gibt, die aber den jeweiligen Händler in positivem Licht erscheinen lassen und etwaige negative Bewertungen ausgleichen sollen.

Derartige Fake-Bewertungen sind zunehmend ein Problem in der Onlinewelt. Denn egal ob es der bevorstehende Restaurantbesuch, eine Urlaubsreise oder die Suche nach einer Autowerkstatt oder einem Autohändler ist: Immer mehr Verbraucher machen von Onlinebewertungen abhängig, bei wem sie ihr Geld lassen. Laut einer Umfrage im Auftrag von Mobile.de sehen rund 52 Prozent der Autofahrer in Deutschland unabhängige Bewertungen im Internet als Hilfe beim Autokauf an, mehr als drei Viertel lassen sich bei der Wahl des Händlers vom Urteil anderer Kunden beeinflussen. Authentische Bewertungen auf Basis echter Erfahrungen sind daher für Verbraucher und Wettbewerb gleichermaßen wertvoll – doch Fake-Bewertungen missbrauchen das Vertrauen der potenziellen Käufer und bringen mitunter jene Kfz-Betriebe, die nicht von zwielichtigen Methoden Gebrauch machen, um ihre Umsätze.