Schnelle Limousinen: Herrscher der Autobahn

Autor / Redakteur: sp-x/Jens Meiners / Gerd Steiler

Ebenso klein wie erlesen ist der Kreis jener exklusiven Sportlimousinen, die die magische Tempomarke von 300 km/h locker im Griff haben. Zur Familie gehören die AMG-Modelle von Mercedes, Porsche Panamera, BMW M5, Cadillac CTS-V und Bentley Continental Flying Spur.

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Seit vor fast 25 Jahren der erste BMW 750i debütierte, gehört es sich, dass schnelle Luxuslimousinen bei 250 km/h abregeln. Eine Vereinbarung zwischen den deutschen Premium-Marken - an der sich die Sportwagenmarke Porsche verständlicherweise nicht beteiligte - sollte das Wettrüsten eindämmen und unliebsame Tempolimit-Diskussionen im Keim ersticken. Auch ausländische Hersteller schlossen sich lange Zeit der Vereinbarung an.

Doch die Selbstschränkung der Hersteller bröckelt seit Jahren. Kein Wunder, denn schon die besseren Diesel laufen heute 250 km/h. Wer doppelt so viel Leistung unter der Haube hat, setzt sich bei freier Strecke gern von der Meute der eiligen Handelsvertreter ab. Rund 20 Limousinen auf dem Markt laufen heute über 250 km/h. Einige erreichen bzw. überschreiten sogar die magische Marke von 300 km/h. Wir stellen den schönen und vor allem schnellen Kreis an Fahrzeugen vor, bei denen Komfort und Platz einer Limousine mit den Fahrleistungen von Supersportwagen eine Verbindung eingehen.

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AMG machts möglich

Glatte 300 km/h laufen die Top-Limousinen von Mercedes-AMG - jedenfalls dann, wenn das sogenannte Driver‘s Package geordert wurde. Dies gilt für die Modelle E 63 AMG (386 kW/525 PS) und CLS 63 AMG (410 kW/557 PS) sowie die S-Klasse-Limousinen S 63 AMG (400 kW/544 PS) und S 65 AMG (463 kW/630 PS). Unter der Haube der E-Klasse steckt noch der bekannte Hochdrehzahl-V8-Saugmotor mit 6,2 Litern Hubraum.

Dort wird in Kürze jener 5,5-Liter-V8-Biturbo Einzug halten, der schon jetzt in CLS und S-Klasse für ungestümen Vortrieb sorgt. Betuchte S-Klasse-Kunden können mit dem S 65 AMG allerdings auch für einen brachialen 6,0-Liter-V12-Biturbo optieren, dessen Geräuschkulisse beim Kaltstart an ein Offshore-Rennboot erinnert. Enthalten im Driver‘s Package ist ein Fahrertraining - und die so süße wie schmerzhafte Gewissheit, dass auch über 300 km/h noch reichlich Luft wäre.

Nur mit Fahrertraining

Gänzlich ohne Abregelung kommt der 368 kW/500 PS starke Porsche Panamera Turbo auf ehrliche 303 km/h - ein Tempo, bei dem im großen Porsche die Fahrwiderstände auf das harmonischste zum Ausgleich kommen. Das Fauchen des 4,8-Liter-V8-Biturbo-Aggregats wird dabei im Innenraum leider erfolgreich weggefiltert. Noch ein bisschen schneller wird eine auf rund 404 kW/550 PS erstarkte Spitzenversion namens Panamera Turbo S unterwegs sein, mit deren Debüt in Kürze zu rechnen ist.

Sie wird schneller sein als die kommende Modellgeneration des BMW M5, der - wie sein Vorgängermodell - bei 305 km/h in den Begrenzer läuft. Damit stellt die M GmbH sicher, dass nicht jeder beliebige Reifen der bis 300 km/h freigegebenen Kategorie Y aufgezogen werden darf. Rund 412 kW/560 PS wird der 4,4-Liter-V8-Biturbo leisten. Klar ist jedoch, dass die partielle Freigabe auf 305 km/h nur dann erfolgt, wenn das entsprechende, mit einem Fahrertraining verbundene Paket bestellt wurde. Ansonsten ist schon bei 250 km/h Schluss.

Überfliegler Bentley

Schnellster Amerikaner im Club ist der Cadillac CTS-V. Dessen 6,2-Liter-V8 kommt mit freundlicher Unterstützung eines Eaton-TVS-Kompressors auf 415 kW/564 PS und erlaubt eine Spitze von 308 km/h. Ambitionierte Fahrer dürfen sich beim Cady über das einzige Schaltgetriebe in dieser Gruppe freuen. So etwas wird auch beim BMW M5 wieder angeboten - allerdings nur für den amerikanischen Markt. Dort empfindet man - gängigen Vorurteilen zum Trotz - die Betätigung einer manuellen Box nach wie vor nicht als Mühsal. Übrigens gibt es den Cadillac CTS-V auch mit Automatik. Dann allerdings stürzt die Höchstgeschwindigkeit wegen einer ungünstigen Übersetzung mit 282 km/h weit unter die 300er-Marke.

Die Krone gebührt ohnehin einem völlig anders ausgelegten Fahrzeug - dem Bentley Continental Flying Spur. Die opulente, aerodynamisch ausgefeilte Luxuslimousine schafft bereits in der Standardversion dank doppelt aufgeladenem 6,0-Liter-W12-Motor (412 kW/560 PS) stolze 312 km/h. Der noch sportiver ausgelegte Continental Flying Spur Speed erreicht mit 449 kW/610 PS gar eine Höchstgeschwindigkeit von fast unglaublichen 322 km/h. Und damit schafft er als einziger die Marke von 200 Meilen pro Stunde, die in Ländern mit angloamerikanischem Maßsystem von symbolischer Bedeutung ist. Wer darauf Wert legt, kann bei diesem Tempo im Bentley auch den Tempomat setzen - wovon hier ausdrücklich abgeraten wird...

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