Seat-Händler sorgen sich um Erträge

Von Joachim von Maltzan

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Die Partner des spanischen Fabrikats kritisieren steigende Anforderungen ihres Importeurs. Seat Deutschland spreche nicht die gleiche Sprache wie die Händler, hieß es auf der Mitgliederversammlung.

Kritik am Importeur: Der Sprecher des Seat-Händlerverbands, Martin Braunheim (li.) und Verbandspräsident Jürgen van Kolck.(Foto:  von Maltzan)
Kritik am Importeur: Der Sprecher des Seat-Händlerverbands, Martin Braunheim (li.) und Verbandspräsident Jürgen van Kolck.
(Foto: von Maltzan)

Deutliche Kritik am Importeur formulierte Jürgen van Kolck, der Vorsitzende des Seat-Händlerverbands, auf der Jahrestagung in Mörfelden. Van Kolck bemängelte, dass Seat Deutschland ein immer höheres Engagement seitens der Händler fordere, dies aber nicht ausreichend vergüte. Zudem seien die Gespräche mit dem Importeur nicht einfacher geworden. Einschränkend gestand er allerdings zu, dass er mit dem seit sieben Monaten amtierenden Geschäftsführer von Seat Deutschland, Manfred Kantner, einen Partner habe, der Sachargumenten gegenüber offen und bereit sei, schnell Missstände abzustellen. Die verbesserte Vorführwagenregelung sei ein Beispiel für diese Gesprächsbereitschaft.

Grund für die teils sorgenvolle Stimmung der Händler ist die überarbeitete Bonusregelung bei Seat. „Der neue Qualitätsbonus ist ein Buch mit sieben Siegeln für uns“, monierte der Verbandspräsident. Abgesehen davon, dass das neue System schwer verständlich sei, erfordere es von den Händlern, dass sie ihre Verkäufe um 30 Prozent steigern müssten, um die gleichen Erträge wie im vergangenen Jahr zu erhalten. Viele Partner befürchten nun, diese Umsatzsprünge nicht erarbeiten zu können und somit deutlich weniger zu verdienen als im vergangenen Jahr.

Steigende Bestände und Kurzzulassungen

Für Unmut sorgt zudem der erheblich gestiegene Verwaltungsaufwand, den der Importeur beispielsweise bei Verkaufsförderungsprogrammen von seinen Händlern fordert. Ebenso kritisch betrachtet der Händlerverband den deutlich steigenden Bestand an Kurzzulassungen, die die Lagerbestände der Händler zunehmend belasten. „Unsere Bestände sind randvoll“, erklärte van Kolck.

Generell kritisierte der Verband das Verhältnis zwischen Importeur und seiner Handelsorganisation. „Wir sprechen mit Seat Deutschland nicht die gleiche Sprache. Wirkliche Partnerschaft sieht für mich anders aus“, erklärte Vorstandsmitglied Benno Schulz. Ein Händler brachte die Stimmung der Partner auf den Punkt, als er in der Diskussion mit Kantner erklärte: „Wir wollen ernst genommen werden. Behandeln Sie uns fair. Nur dann können wir den Markt richtig bearbeiten.“

Modelloffensive im Anlaufen

Seat-Deutschland-Geschäftsführer Manfred Kantner bestätigte in seiner Rede die gestiegenen Vorgaben, bemühte sich aber die Befürchtungen der Händler zu entkräften. Er erinnerte an die kommenden Modelle, die den Partnern zusätzliche Chancen im Markt verschaffen sollen. Er sei sich sicher, dass die Modelloffensive des Herstellers dazu führen werde, dass die Händler auch weiterhin eine vernünftige Rendite erwirtschaften könnten. Kantner verwies dazu auf aktuelle Zahlen: Sie zeigten, dass Seat auf dem richtigen Weg sei. Immerhin sei der Auftragsbestand per Ende Mai im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen. Auch die Rendite der Händler zeige mit 2,1 Prozent ein Plus von 0,3 Prozent auf. Insbesondere die sehr positive Entwicklung bei den Verkäufen an Privatkunden lasse ihn optimistisch in die Zukunft blicken, meinte er.

Der neue Geschäftsführer der Seat-Bank, Anthony Bandmann, der seit Februar der Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen-Bank ist, nutzte die Gelegenheit, sich den Händlern vorzustellen. Er will in der nächsten Zukunft die Konditionen für die Einkaufsfinanzierung überarbeiten. Außerdem kündigte er an zu prüfen, ob ein kombiniertes Modell machbar sei, wonach die Konditionen der Einkaufsfinanzierung abhängig seien von der Quote der Kundenfinanzierungen. Er wolle sich zudem dafür stark machen, die Softwareprobleme beim Verkäuferarbeitsplatz ISA schnellstmöglich zu beheben. Zudem kündigte Bandmann verbesserte Leasingkonditionen für gewerbliche Kunden an.

Zum Abschluss teilte van Kolck mit, die Verbandsgeschäftsstelle werde nach Bonn zum ZDK verlegt. Außerdem informierte er, dass er bei den demnächst anstehenden Neuwahlen des Vorstands nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Mit einem donnernden Applaus dankten ihm die anwesenden Händler für seine langjährige Verbandsarbeit.

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