Seat und Skoda wollen Gasantrieb voranbringen

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Erdgas als Autokraftstoff ist zwar seit langem verfügbar, doch die Technik findet noch weniger Zuspruch als das E-Auto. Dabei fällt der Aufpreis deutlich geringer aus. Angebote von Seat und Skoda machen Gasfahrzeuge nun richtig wirtschaftlich.

Seat und Skoda gewähren dem Gas-Antrieb derzeit viel Aufmerksamkeit.
Seat und Skoda gewähren dem Gas-Antrieb derzeit viel Aufmerksamkeit.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Im Kampf gegen die NOx- und CO2-Emissionen versuchen die beiden Importmarken Seat und Skoda zunächst bis Jahresende, die Kunden mit ordentlichen Preisnachlässen vom Kauf eines Neuwagens mit Gasantrieb zu überzeugen. Beide Fabrikate fördern zusätzlich zu allen anderen derzeit erhältlichen Vergünstigungen den Kauf eines Gas-Neuwagens mit einem fixen Nachlass von 2.000 Euro.

Bei Skoda heißt das konkret, dass ein Citigo G-Tec derzeit mit einem Nachlass von 3.750 Euro (inklusive der Prämie für die Verschrottung eines Diesels mit Euro-1- bis Euro-4-Norm) zu haben ist. Der günstigste Citgo G-Tec startet damit bei knapp 9.000 Euro. Beim Octavia G-Tec (Kombi und Limousine) summiert sich der Nachlass auf 7.000 Euro. Damit wäre ein Octavia mit Gas-Antrieb derzeit ab 15.250 Euro zu haben.

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Bereits auf der IAA 2017 hatte Skoda-Geschäftsführer Frank Jürgens auf die interessanten Klimaaspekte des Gas-Antriebs verwiesen. „Unter ökologischen Aspekten zählen CNG-Fahrzeuge zu den Top-Angeboten im Markt“, sagte Jürgens. Er halte es für realistisch, dass sich die CNG-Flotte in Deutschland bis 2025 auf eine Million Fahrzeuge verzehnfachen werde.

Auch Seat gewährt einen Nachlass in Höhe von 2.000 Euro – die sogenannte Zukunftsprämie – beim Erwerb eines Erdgas-Modells. Infrage kommen dafür bei den Spaniern der Leon, der Ibiza und der Mii. Mit dem Start der Gas-Variante des Ibiza hat Seat – anders als Skoda – zudem die bisherige Koppelung von Umweltprämie (bei Rückgabe eines Dieselmodells der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4) und Zukunftsprämie aufgehoben. Bei Seat kommen nun also alle Erdgas-Interessenten in den Genuss der Absatzförderung. Die Preisliste beginnt damit beim Mii Ecofuel – ohne Umweltprämie – bei 10.680 Euro.

Umweltfreundlicher und eingeschränkt wirtschaftlicher

Die Umweltvorteile des Gas-Antriebs liegen auf der Hand: CNG-Modelle setzten quasi keine Stickoxide frei und verursachen bis zu 50 Prozent weniger Feinstaub und bis zu 25 Prozent weniger CO2 als herkömmliche Verbrennungsmotoren. „Unter ökologischen Aspekten zählen CNG-Fahrzeuge zu den Top-Angeboten im Markt“, sagt denn auch Skoda-Chef Frank Jürgens.

Doch hinsichtlich der Betriebskosten sind Gasmodelle den Benzin- und Dieselfahrzeugen oft unterlegen. Das zeigt einmal mehr eine laufend aktualisierte Auflistung des ADAC. Der Autofahrerclub stellt die Unterhaltskosten aller als Neuwagen bestellbaren Erdgas- und Autogasmodelle in der Standardversion regelmäßig den vergleichbaren Benzin- und auch Dieselmodellen gegenüber.

Nach der ADAC-Auswertung (Stand Oktober 2017) rechnet sich die Anschaffung eines CNG-Fahrzeugs meist erst ab einer Laufleistung von über jährlich 15.000 Kilometern. Auch die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ warnt in ihrer aktuellen Ausgabe, dass die Aufpreise für die Gastechnik teilweise so hoch sind, „dass Autofahrer viele Kilometer fahren müssen, um den ersten Euro zu sparen“. Bei Autogas-Fahrzeugen (LPG) sieht es generell besser aus. Speziell bei den beiden Volkswagenkonzernmarken Seat und Skoda ist die Wirtschaftlichkeit der Gas-Modelle laut der ADAC-Tabelle allerdings überwiegend schon bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern gegeben. Mit dem aktuellen Gas-Bonus dürfte die Abwägung endgültig zugunsten der GNG-Modelle ausfallen.

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